Engagiert seit fünf Jahren: Hamburgs Schulmentoren. Foto: © Jens Hannewald

Tolles Engagement: Über 2.500 ausgebildete Schulmentoren
sind an Hamburgs Schulen aktiv

Im Frühjahr 2014 startete das Projekt „Schulmentoren – Hand in Hand für starke Schulen“, das Schulen in sozial schwieriger Lage dabei unterstützt, ehrenamtliche Helfer unter Schülern und Eltern zu gewinnen. Das Projektteam, bestehend aus Mitarbeitern der Schulbehörde und des Vereins Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung (KBW), qualifiziert Schüler, Eltern und andere Ehrenamtliche an 33 Hamburger Schulen zu Mentoren. Die Mentoren bauen Brücken zwischen der Schule und den Schülern und Eltern. Ziel ist es, den Lernerfolg von Schülern zu verbessern und ihnen während der gesamten Schullaufbahn Hilfestellung zu geben. Die Bilanz nach fünf Jahren kann sich sehen lassen: Rund 650 Eltern, Schüler und Ehrenamtliche engagieren sich aktuell als Mentoren, insgesamt wurden rund 2.500 geschult.

Auf dem fünften Jahresempfang berichteten diesmal Elternmentoren aus Wilhelmsburg, wie ihre Arbeit ganz konkret aussieht: Dazu gehören beispielsweise gemeinsames Fastenbrechen, Elterncafés und Angebote zur interkulturellen Väterarbeit. Die Aufgaben der Schüler-, Eltern- oder ehrenamtlichen Mentoren sind dabei ganz unterschiedlich: So helfen Schülermentoren jüngeren Mitschülern bei alltäglichen Dingen, beispielsweise den Schulranzen richtig packen oder mit Gleichaltrigen den Unterrichtsstoff nacharbeiten. Elternmentoren nehmen als Dolmetscher an Elterngesprächen teil und sind Ansprechpartner vor allem für jene Eltern, die sich bisher mit dem System Schule wenig auskennen. Ehrenamtliche Mentoren wiederum unterstützen bei der Lese- und Lernförderung oder bei der Berufsorientierung und im Bewerbungsverfahren.      

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Foto: © www.colourbox.de

Mathe-Abitur:
Schüler können ihre Note in mündlicher Prüfung verbessern

Anfang Mai hatten Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland gegen die Abiturklausuren im Fach Mathematik protestiert. In Hamburg hat sich nach Rücksprache mit Lehrkräften aller Schulen und ersten Korrekturen jetzt gezeigt, dass die schriftliche Prüfung auf erhöhtem Niveau (früher „Leistungskurs“) angemessen war, auf grundlegendem Niveau (früher „Grundkurs“) jedoch tatsächlich relativ schwer war, verglichen mit den Klausuren der letzten Jahre. Die Schulbehörde hat vor diesem Hintergrund entschieden, alle Mathe-Klausuren normal zu werten - allerdings bekommen die rund 1.200 Abiturienten, die die Klausur auf grundlegendem Niveau geschrieben haben, die Gelegenheit, ihre Note in einer mündlichen Prüfung zu verbessern.

Hamburg verwendet seit 2017 im schriftlichen Mathe-Abitur nur noch Aufgaben aus dem so genannten „bundesweiten Aufgabenpool“, die von Mathematik-Experten aller Bundesländer gemeinsam erarbeitet wurden. In diesem Jahr waren die Aufgaben in zwei der insgesamt vier Klausuren jede für sich betrachtet zwar anspruchsvoll, aber im Niveau noch angemessen. In der Summe jedoch waren sie für die zur Verfügung stehende Bearbeitungszeit zu umfangreich. Deshalb ist damit zu rechnen, dass diese Klausuren eine Note schlechter ausfallen werden. Für die betroffenen Schüler würde sich dadurch die Abitur-Gesamtnote um 0,083 verschlechtern. Wer beispielsweise mit einem Notendurchschnitt von 2,30 gerechnet hatte, würde nun einen Schnitt von 2,38 erzielen. Diese mögliche Verschlechterung können Hamburgs Schüler jetzt versuchen auszugleichen.

Mit der Möglichkeit einer mündlichen Nachprüfung folgt Hamburg der Empfehlung der Kultusministerkonferenz. Diese hatte den Ländern geraten, im Falle einer deutlichen Abweichung der Klausurergebnisse vom langjährigen Mittel zur Sicherung der – auch langjährigen – Vergleichbarkeit länderspezifische Maßnahmen zu ergreifen. In den Beratungen wurde allerdings davon abgeraten, den Bewertungsmaßstab für die bundeseinheitlichen Aufgaben zu verändern und stattdessen besser auf länderindividuelle Anpassungen wie Nachschreibeklausuren oder mündliche Prüfungen zurückzugreifen.

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Foto: © Stephan Rothe

Jungs der Stadtteilschule Alter Teichweg sind drittschnellste Schwimmer der Schul-WM

23,7 Sekunden – so schnell war Arne Stein die 50 Meter noch nie gekrault. Doch bei der Schul-WM im brasilianischen Rio de Janeiro schlug der 15-jährige Schüler der Stadtteilschule Alter Teichweg (ATW) als Schlussschwimmer der 4x50-Meter-Lagenstaffel im Olympischen Schwimmstadion in persönlicher Bestzeit an und sicherte seinem Team mit Rückenschwimmer Nelson Maier (15), Brustschwimmer Leon Irmer (17) sowie Schmetterlings-Spezialist Alexander Eich die Silbermedaille in diesem Wettbewerb hinter dem siegreichen Team aus der Türkei.

In der abschließenden Lagenstaffel sicherte sich das sechsköpfige Team, zu dem noch Christopher Hartwig (15) sowie Tobias Schulrath (16) zählten, den dritten Rang. Über die 6x50m-Staffel und im Schmetterling erreichten die Dulsberger noch jeweils eine weitere Bronzemedaille. „Sportlich sind die vier Medaillen für uns ein unglaublicher Erfolg“, so Christian Andresen, Sportkoordinator der ATW. Doch nicht nur die Medaillen-Zeremonien und der Jubel der Unterstützer vermittelten einen Hauch von Olympia. Nach zwei anstrengenden Wettkampftagen wurde ausgiebig und international gefeiert und die eine oder andere neue Freundschaft geschlossen.

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Erreichten Platz 2 in Physik: Charlotte Henkel (17) und Ruben Rohsius (18) vom Wilhelm-Gymnasium. Foto: © Jugend forscht

Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend forscht“:
Zweiter Preis in Physik geht nach Hamburg

Bundesweit den zweiten Platz im Fachgebiet Physik erreichten Charlotte Henkel (17) und Ruben Rohsius (18) vom Wilhelm-Gymnasium in Harvestehude. Die beiden Schüler untersuchten verschiedene Arten des Minerals Zeolith, welches Wasser an seiner Oberfläche binden und so Energie freisetzen kann. Dieses Phänomen nutzten sie für eine clevere Erfindung – einen Trinkbecher, der seinen Inhalt von selbst erwärmt und der nach einer Regeneration wieder einsetzbar ist. Die Preisträger präsentierten ihr Projekt gemeinsam mit den anderen Landessiegern aus Hamburg auf dem 54. Bundesfinale „Jugend forscht“ in Chemnitz.

Aruna Sherma von der Stadtteilschule Walddörfer nahm sich zum Ziel, am Schülerforschungszentrum Hamburg ein Kontrastmittel für die Magnetresonanztomografie zu entwickeln, das ohne den gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoff Gadolinium auskommt. Für ihre Arbeit, ebenfalls im Fachgebiet Physik, erhielt die 17-Jährige einen mit 1.500 Euro dotierten Sonderpreis der Wilhelm und Else Heraeus Stiftung.

Weitere aus Hamburg teilnehmende Schülerinnen und Schüler waren Carl Raabe (15) und Jonathan Meier (16) vom Gymnasium Ohmoor in Niendorf. Sie programmierten zwei Versionen einer Quiz-App für mobile Endgeräte, die auf unterschiedlichen Betriebssystemen laufen. Mit ihrer Software können die Nutzer spielerisch den sicheren und richtigen Umgang mit digitalen Medien erlernen.

Technik-Landessieger Marten Gralla (17) vom Helene Lange Gymnasium konstruierte im Schülerforschungszentrum Hamburg eine kostengünstige multifunktionale CNC-Maschine. Mit dieser ist es künftig auch Heimwerkern oder Betrieben in Entwicklungsländern möglich, mit verschiedenen technischen Verfahren Prototypen aus Metall präzise zu fertigen.

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Foto: © Michael Reichmann

„Frag den Rabe" - Heute: Was ist denn jetzt mit dem Mathe-Abi in Hamburg, Herr Senator?

Mit unserer Rubrik „Frag den Rabe“ wollen wir Schülern, Eltern, Lehrkräften, Mitarbeitern der Schulbehörde und allen anderen Bildungsinteressierten die Möglichkeit geben, Fragen rund um das Thema Schule und Bildung direkt an Hamburgs Bildungssenator zu richten. In dieser Woche standen die Abiturklausuren im Fach Mathematik im Fokus. In drei Minuten bezieht Rabe zu dieser Frage Stellung: Was ist denn jetzt mit dem Mathe-Abi in Hamburg, Herr Senator?

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Foto: © Mike Richman

Im Interview: Fahrer Andreas Schramm –
in 40 Jahren mehrmals um die Welt

Im BSB-Newsletter-Interview kommen Menschen aus der Schulwelt zu Wort und berichten von ihrer Arbeit. Heute: Andreas Schramm, seit 40 Jahren bei der Fahrbereitschaft der Stadt beschäftigt, davon die letzten 18 Jahre als persönlicher Fahrer für die Staatsräte der Schulbehörde.

Newsletter: Herr Schramm, als Chauffeur erlebt man doch bestimmt jede Menge skurriler Sachen. Was war denn ihre lustigste Fahrt?

Schramm: Ich erinnere mich an eine Fahrt nach Bonn. Auf der Strecke passiert man viele Autobahnkreuze. Auf der Rückfahrt fiel mir plötzlich auf, dass die Kreuze fehlten… und auf einem Schild stand ‚Siebengebirge‘! Die damalige Staatsrätin nahm meine Irrfahrt mit Humor. Ich könne auch über München fahren, sagte sie, Hauptsache, sie sei am nächsten Morgen zurück in Hamburg.

Newsletter: Haben Sie auch schon prominente Leute gefahren?

Schramm: Früher war der städtische Fahrdienst auch für ausländische Staatsgäste zuständig. 1987 habe ich zum Beispiel die Hofdame von Prinzessin Diana zum Rathaus gebracht. Aber seit 1988 habe ich nur noch Hamburgs Staatsräte gefahren, und eine Senatorin.

Newsletter: Ist auch schon mal etwas schiefgelaufen in all den Jahren?

Schramm: In der 80ern sollte ich mal den Bernhard Vogel von der CDU vom Flughafen abholen, kannte aber nur seinen Bruder, den Hans-Jochen Vogel von der SPD. Weil ich Bernhard Vogel nicht erkannt habe, ist er mit dem Taxi gefahren. Am nächsten Morgen habe ich ihn wieder verpasst, weil er einen früheren Flug genommen hat und deshalb wieder ein Taxi nahm. Danach eilte mir der Ruf voraus, ich würde nur Vögel von der SPD fahren.

Newsletter: Was war Ihre weiteste Tour?

Schramm: Einmal musste ich einen Dienstwagen aus Bordeaux abholen, 1.500 Kilometer. Mit dem ehemaligen Staatsrat Hermann Lange bin ich aber noch viel weiter gefahren, der wollte überall mit dem Auto hin, fuhr nie mit der Bahn. Damals war ja noch nicht so viel Verkehr wie heute. Wir sind von 1997 bis 2002 durchschnittlich 45.000 Kilometer pro Jahr gefahren, etwa fünf Mal um die Erde.

Newsletter: Der Straßenverkehr ist nicht ungefährlich. Schon Unfälle gehabt?

Schramm: Zum Glück nicht. Einmal fuhr eine junge Frau an der Ampel auf. Als ich ausstieg und zu ihr ging, fragte sie nur, wo denn die nächste Tankstelle sei. Merkwürdig.

Newsletter: Was mögen Sie am meisten an ihrem Job?

Schramm: Die tollen Autos natürlich! Und die Gespräche. Wenn man so viel Zeit miteinander verbringt, erfährt man natürlich auch viel Privates. Als Fahrer muss man sehr verschwiegen sein. 

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Wurden in Bonn ausgezeichnet: Dr. Ada Rohde (l.) und Susanne Grosse, Lehrerinnen an der Julius-Leber-Stadtteilschule mit KMK-Präsident Prof. Dr. Lorz (r.) und Gernot Stiwitz, Leiter des Pädagogischen Austauschdiensts. Foto: Marcus Gloger

EU-Programm Erasmus+:
Zwei Hamburger Schulen für gelungene Projekte ausgezeichnet

Das Ziel ist, den Horizont zu erweitern: Das EU-Austauschprogramm Erasmus+ hilft jungen Menschen, im Ausland zu studieren oder sich fortzubilden, ermöglicht Lehrkräften einen beruflichen Auslandsaufenthalt, bei dem sie andere Arbeitsweisen kennenlernen und gibt Schulen die Möglichkeit, internationale Partnerschaften aufzubauen. Die Kultusministerkonferenz hat gerade 16 besonders gelungene Erasmus+-Projekte aus ganz Deutschland ausgezeichnet - zwei davon aus Hamburg: das Lehrerfortbildungsprojekt "Fluent in Diversity - Vielfalt im Fokus" der Julius-Leber-Stadtteilschule in Schnelsen und das Schulpartnerschaftsprojekt "Fusionsenergie - die saubere Energie der Zukunft?" des Gymnasiums Süderelbe. 

Das prämierte Projekt der Julius-Leber-Stadtteilschule setzte von 2016 bis 2017 zahlreiche Lehrerfortbildungsmaßnahmen im europäischen Ausland um. Insgesamt 53 Lehrkräfte und Pädagogen konnten sich zu den drei Schulentwicklungsschwerpunkten Fremdsprachenunterricht, bilinguales Lernen und Heterogenität in Kursen und Hospitationen im EU-Ausland fortbilden. Einige Ergebnisse des Projekts fließen jetzt ganz konkret in die Arbeit der Schnelsener Schule ein. So werden die bilingualen Angebote in der Oberstufe aus- und in der Mittelstufe aufgebaut, die Pausenhalle wird nach finnischem Vorbild umgebaut. Auch zwei neue Projektgruppen werden nach finnischem Vorbild umgesetzt: "Ruhe im Schulalltag" und "Mehr Respekt wäre perfekt".

Das Projekt des Gymnasiums Süderelbe war im naturwissenschaftlichen Unterricht angesiedelt und arbeitete von 2015 bis 2018 mit Schulen aus Dänemark, Frankreich, Großbritannien und Polen zum Thema Fusionsenergie. Die Schülerinnen und Schüler befassten sich mit der Fragestellung Energieversorgung der Zukunft unter naturwissenschaftlichen, aber auch unter politischen und wirtschaftlichen Aspekten. Die Projektbeteiligten besichtigten Fusionsreaktoren und lernten aktuelle Forschungsergebnisse sowie die wissenschaftliche Arbeit an Hochschulen, Forschungslaboren und Industriebetrieben kennen. Das dabei entstandene Unterrichtsmaterial kann nun für den Fachunterricht genutzt werden. 

Übrigens: Einer neuen Studie zufolge haben Teilnehmer des Erasmus-Programms nicht nur bessere Chancen, einen Job zu finden, sondern fast allen fällt es leichter, mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen zusammenzuarbeiten.

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Foto: © Claudia Pittelkow

Zahl der Woche

Unsere Zahl der Woche ist die 40.075! So viele Kilometer beträgt der Umfang der Erdkugel. BSB-Fahrer Andreas Schramm berichtet im Interview, dass er in seinen 40 Dienstjahren quasi mehrmals um die Erde gefahren ist.  

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