Mathe-Experten Burkhard Jungkamp (l.) und Prof. Dr. Olaf Köller (r.) mit Senator Ties Rabe. Foto: © Michael Reichmann
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Bessere Noten in Mathematik: Expertenkommission
entwickelt Vorschläge für den Mathe-Unterricht

Alle kennen Pisa. Weniger bekannt, aber ebenso interessant ist die Timss-Studie, die die Leistungen von Schülern im Fach Mathematik untersucht. Das Ergebnis ist seit Jahren ernüchternd: Deutsche Schüler haben ein Mathematik-Problem. Die Hansestadt bildet da keine Ausnahme: Lernstandsuntersuchungen haben bereits Ende der 90er Jahre offenbart, dass die Schülerinnen und Schüler Defizite in Mathe haben. In der Schulpolitik wurde das Problem lange ignoriert – bis vor zwei Jahren. Mit einem Bündel von Maßnahmen startete Bildungssenator Ties Rabe 2015 eine Mathe-Offensive. Jetzt wird nachgelegt: Eine Gruppe hochkarätiger Bildungsexperten und Fachdidaktiker soll Vorschläge zur weiteren Verbesserung des Mathematikunterrichts erarbeiten

Mit der Mathe-Offensive wurden bereits mehr Mathematik-Lehrkräfte, mehr Matheunterricht durch Fachlehrer und mehr Fortbildungen für Lehrkräfte an Hamburgs Schulen auf den Weg gebracht. Die nun eingesetzte Expertenkommission soll dazu beitragen, den Matheunterricht weiterzuentwickeln. Mit im Boot sind der bundesweit anerkannte Bildungswissenschaftler Prof. Dr. Olaf Köller, Leiter des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik in Kiel und Burkhard Jungkamp, einer der renommiertesten Fachdidaktiker für Mathematik Deutschlands. Die insgesamt achtköpfige Expertenkommission soll bis Ende 2018 Vorschläge zur qualitativen Verbesserung des Mathematikunterrichts entwickeln. Dabei sollen Fragen nach der Didaktik und Methodik, aber auch Fragen zu Bildungsplänen und Fortbildungen der Mathematiklehrkräfte erörtert werden.

Seit 2012 müssen Hamburgs Schülerinnen und Schüler alle zwei Jahre eine Lernstandsuntersuchung absolvieren, die den Lehrkräften, der Schule und der Schulbehörde sehr genau den Lernstand und damit den Lernerfolg aufzeigt. Bildungssenator Ties Rabe: „Aus den schwachen Mathematikleistungen haben wir Konsequenzen gezogen und mit der Mathematik-Offensive für mehr Unterrichtsstunden, mehr Fachlehrkräfte und mehr Fortbildungen gesorgt. Jetzt wollen wir weitere Maßnahmen erörtern.“ Begleitet wird die Arbeit der wissenschaftlichen Experten durch eine Projektgruppe aus Vertretern und Fachleuten der Schulbehörde.

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Foto: © www.colourbox.de
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Überall beginnt der Lehrermangel - in Hamburg noch nicht

"Wie viele Lehrer fehlen wirklich?" titelte eine große Hamburger Tageszeitung vor wenigen Tagen. Aus anderen Bundesländern ist zu lesen, dass händeringend nach Lehrkräften gesucht, Quereinsteiger eingestellt oder gar Pensionierungen herausgezögert werden sollen, um überall Unterricht erteilen zu können. Hamburg kann dagegen seinen Lehrerbedarf (zumindest noch) bis auf wenige Spezialfälle voll und ganz mit Fachlehrkräften decken. Nur im Bereich Sonderpädagogik sowie in den Fächern Mathematik und Physik besteht - in Hamburg wie im ganzen Bundesgebiet - ein Mangel an Lehrkräften.

Grundsätzlich muss man wissen, dass die Schulbehörde den Schulen gemäß ihrer Schülerzahl sowie unter anderem für Ganztagsangebote, Sprachförderung und Inklusion aktuell über 13.500 Vollzeit-Lehrerstellen zuweist, ein Teil davon aber bewusst "über den Durst", nämlich für Vertretungsunterricht. Diese Stellen sollten nicht mit Stammpersonal besetzt werden, sondern als Puffer für die stark schwankenden Krankheitszeiten verwendet werden. Im Krankheitsfall können dann gezielt im Rahmen von Fristverträgen Ersatz-Lehrkräfte eingesetzt werden und auf diese Weise auch Krankheitsspitzen abfedern. Umgekehrt bleiben diese Stellen oft so lange unbesetzt, bis etwa eine Lehrerin oder ein Lehrer länger erkrankt ist. Für einen weiteren Teil ihres "Lehrerbudgets" können Schulen auch Erzieher und Sozialpädagogen einstellen, etwa für Ganztagsangebote. Aus diesen Gründen sind nie alle Vollzeit-Lehrerstellen auch wirklich zu 100 Prozent besetzt.

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Schulleiter Jörn Buck vor den Gebäuden der neuen Berufsschule. Foto: © Christine Gottlob/HIBB
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Richtfest an der Beruflichen Schule für Anlagen- und Konstruktionstechnik in Wilhelmsburg

Sinnvoll bündeln ist die Devise: In Hamburg werden zurzeit 23 bislang getrennte berufsbildende Schulen mit ähnlichem Ausbildungsprofil zu elf neuen Schulen zusammengeführt. Eine dieser neuen Schulen ist die Berufliche Schule Anlagen- und Konstruktionstechnik (BS 13) in Wilhelmsburg, die vor einem Jahr durch die Fusion der Beruflichen Schule William Lindley (G2) und der Staatlichen Gewerbeschule Metalltechnik mit Technischem Gymnasium (G17) entstanden ist. Für den zusätzlichen Flächenbedarf als Folge der Fusion bekommt der Standort Dratelnstraße in Wilhelmsburg jetzt einen Neubau. Am vergangenen Freitag wurde Richtfest gefeiert.

Der dreigeschossige Neubau bietet Platz für Unterrichts- und Fachräume sowie für eine Mensa mit integrierter Vitalküche. Das 2.700 Quadratmeter große Gebäude soll zukünftig das Herzstück des gesamten Schulcampus sein. Parallel dazu wird das Bestandsgebäude umfassend saniert und den neuen Anforderungen angepasst. Weiterhin soll im östlichen Bereich des Schulgeländes ein Pavillon als Werkstatt und temporärer Unterrichtsraum für die Arbeiten an Ölständen entstehen. Die Baukosten betragen rund zehn Millionen Euro, Fertigstellung ist für August nächsten Jahres geplant.

Die neue Berufsschule BS 13 bildet künftig an drei Standorten - an der Bundesstraße in Eimsbüttel sowie in der Dratelnstraße und am Inselpark in Wilhelmsburg - junge Erwachsene in verschiedenen Bereichen der Anlagen- und Konstruktionstechnik aus. Zum Bildungsangebot gehören auch eine Berufsvorbereitungsschule für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf sowie eine Berufsvorbereitungsschule für Migranten, außerdem eine Fachoberschule Technik und ein Technisches Gymnasium.

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Teilnehmer der 9. Model United Nations of Hamburg im Rathaus. Foto: © Senatskanzlei
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Fünf Tage Diplomat: Schülerinnen und Schüler simulieren die Arbeit der Vereinten Nationen

Sich kurzzufassen ist die größte Herausforderung an diesem Mittwoch. Gerade mal eine Minute haben die jungen Delegierten für ihre Auftaktstatements - wer nur wenige Sekunden länger spricht, dem entziehen die Vorsitzenden das Wort. Bei der "Model United Nations of Hamburg" simulieren rund 400 Schülerinnen und Schüler aus ganz Europa fünf Tage lang die Arbeit der Vereinten Nationen und deren Gremien, darunter den Uno-Sicherheitsrat, die Generalversammlung oder die UNESCO. Bürgermeister Olaf Scholz, Schirmherr der Konferenz, lud die Jugendlichen zu einem Senatsempfang ins Hamburger Rathaus ein.

Die "Model United Nations" ist ein weltweit an Schulen, Universitäten oder Einrichtungen der politischen Bildung durchgeführtes Planspiel, bei dem die Teilnehmer in die Rolle der Staats- und Regierungschefs und deren Minister schlüpfen und im Rahmen von Konferenzen die Arbeit der Uno nachspielen - von der Ebene der Arbeitsgruppen bis hin zur UN-Vollversammlung. Bei den Verhandlungen vertreten die Nachwuchs-Diplomaten selten ihr Heimatland, sondern sollen sich mit den politischen Besonderheiten und Interessen anderer Länder vertraut machen. Für die Hamburger Konferenz haben 34 Schüler des Gymnasiums Meiendorf die Vorbereitung übernommen.

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Große Freude über die Auszeichnung von Das macht Schule: Schülerinnen und Schüler mit ihren Urkunden. Foto: © Stadtteilschule Bahrenfeld
Foto: © Stadtteilschule Bahrenfeld

Soziales Engagement: Stadtteilschule Bahrenfeld für Pfandflaschen-Projekt ausgezeichnet

Als erste Hamburger Schule beteiligt sich die Stadtteilschule Bahrenfeld an der bundesweiten Aktion "Spende dein Pfand - Jugend bewegt". Das Prinzip des Projekts ist einfach: In einer Schule wird an einem zentralen Ort, etwa in der Pausenhalle oder auf dem Schulhof, eine große Tonne aufgestellt, in die Schüler und Lehrer leere Pfandflaschen hineinwerfen können. Ein Team von Schülern kümmert sich darum, die Tonne regelmäßig zu entleeren, das Pfandgeld einzulösen und den gesammelten Betrag einem gemeinnützigen Zweck zukommen zu lassen. Für ihr Engagement wurden die Hamburger Schülerinnen und Schüler jetzt belohnt: Als eine von deutschlandweit 19 Schulen erhielt die Stadtteilschule Bahrenfeld die Auszeichnung "Praxisprojekt 2017".

Das Pfandflaschenprojekt schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Es dient dem Umweltschutz und dem sozialen Engagement der Schüler. Schulleiterin Carola Fichtner: "Die Schülerinnen und Schüler konnten während des Praxisprojekts Erfahrungen sammeln, die ihnen die Kompetenzen vermitteln, die sie stark für die Zukunft machen." Die Ideen seien gemeinsam entwickelt und eigenständig umgesetzt worden. Mit der Flaschenpfandspende unterstützt die Schule soziale Projekte wie das Kinderrechteforum (KRF). Die Aktion "Spende dein Pfand - Jugend bewegt" wurde im vergangenen Jahr von einem Schüler in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Sie orientiert sich an der 2014 gegründeten Organisation "Spende dein Pfand", die bundesweit rund 600 Flaschen täglich sammelt. Trotz des hohen Pfandwerts von 25 Cent pro PET-Flasche landen nach Angaben der Initiatoren jährlich rund 50 Millionen Pfandflaschen im Müll - oder in der Natur.

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Foto: © www.colourbox.de
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Aktuelles: Benefizkonzert – 50 Jahre Schule Rönneburg – Informationsveranstaltung für Elternvertreter

• Die Staatliche Jugendmusikschule (JMS) lädt für Donnerstag, 12. Oktober, zu einem Benefizkonzert für Kinder in Afrika ein. Gleichzeitig werden alle Konzertbesucher gebeten, nicht mehr benötigte Musikinstrumente als Spende mitzubringen. Bereits im letzten Jahr erhielt eine Schule im Township Alexandra in Südafrika einen Container, gefüllt mit gespendeten Musikinstrumenten. Aktuell werden Schulutensilien und Musikinstrumente für eine Schule in Nkwabeng in Ghana gesammelt. Konzert und Instrumentesammlung finden in Kooperation mit Bildung ohne Grenzen e.V. und Brücken für Kinder e.V. statt. Von 18 bis 22 Uhr im Miralles Saal, Mittelweg 42. Eintritt frei.

• "Rönneburgs Stolz: Die modernste Volksschule Hamburgs!" Mit dieser Schlagzeile feierte vor 50 Jahren eine Hamburger Lokalzeitung die Einweihung des neuen Schulgebäudes in der Kanzlerstraße in Hamburgs Süden. Diese "in Teakholz und gewagten Farben" gestaltete, hochmoderne Schule nahm 1967 ihre Arbeit mit 435 Schülern und 13 Lehrkräften auf. Der Umzug von der alten Dorfschule am Burgberg in den Neubau wurde damals als kleine Sensation gefeiert. Heute ist die Grundschule eine Ganztagsschule mit verlässlicher ganztägiger Betreuung (GBS), "Umweltschule" in Europa und Schulpartner einer Grundschule in Gambia. Zu ihren Angeboten zählen Projekte wie "Klasse in Sport" und JeKI, Lernen im Mathezirkel und in der Mathewerkstatt sowie Chor ab Klasse 2. Am vergangenen Freitag feierte die Grundschule ihren 50. Geburtstag.

• In den letzten Wochen fanden die Wahlen von Klassenelternvertretern statt, und in den Elternrat wurden neue Mitglieder gewählt. Doch was sind eigentlich die Aufgaben, die mit diesem Ehrenamt verbunden sind? Einen Einblick in die verschiedenen Mitwirkungsbereiche erhalten Elternvertreter auf der Informationsveranstaltung am Dienstag, 7. November, im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Felix-Dahn- Straße 3. Von 19 bis 21.30 Uhr können sich Eltern in Schnupperworkshops über die Aufgaben der Klassenelternvertretung, des Elternrates und den schulinternen Kommunikationswegen informieren. Bereits ab 18.30 Uhr öffnet der Marktplatz mit Informationsständen. Hier geht's zur Anmeldung»

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