Berufliche Schule City Nord (BS 28)
Foto: © Bernd Hornigshausen

Stein auf Stein:
Schulbau wird auf hohem Niveau fortgesetzt

„Es werden keine Schulen geschlossen, soviel kann ich schon mal sagen“, versprach Bildungssenator Ties Rabe am Montag auf einer Pressekonferenz zur Bilanz des Schulbaus in Hamburg. Das Gegenteil ist der Fall: Überall in der Stadt werden derzeit auf sehr hohem Niveau Schulen, Sporthallen und Kantinen um- und neugebaut, saniert oder erweitert. Allein 2018 wurden 169 Bauprojekte abgeschlossen und schlüsselfertig an die Schulen übergeben – vier mehr als im Vorjahr (2017: 165).

Der Senat war speziell in Sachen Schulbau in den vergangenen Jahren äußerst fleißig. Fast drei Milliarden Euro sind in den letzten acht Jahren in den Schulbau geflossen. Im Schnitt seit 2011 mehr als 360 Millionen Euro jedes Jahr. Das heißt ungefähr alle zwei Jahre eine neue Elbphilharmonie. Zum Vergleich: In den zehn Jahren davor wurden im Schnitt nur 155 Millionen Euro pro Jahr in den Schulbau investiert. Durchschnittlich hatte Hamburg damals also nur etwa alle fünf Jahre eine Elbphilharmonie verbaut. Dagegen hat der Senat allein im vergangenen Jahr rund 395 Millionen Euro in Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Hamburgs Schulen investiert. Bis Ende 2020 werden erneut rund 830 Millionen Euro oder eine weitere Elbphilharmonie in den Schulbau fließen.

Dass moderne Schulen heutzutage keine Zweckbauten sind, sondern durchaus attraktive Gebäude, zeigen die zahlreichen Architekturpreise und Würdigungen, die Hamburger Schulbauten in den letzten Jahren immer wieder erhalten haben. So wurden allein im Jahr 2018 Neubauten an der Gyula-Trebitsch-Schule, der Grundschule Max-Eichholz-Ring und am Johanneum beim Architekturpreis des BDA Hamburg (Bund Deutscher Architektinnen und Architekten) berücksichtigt. Die Grundinstandsetzung des Gymnasiums Alstertal sowie die Energetische Sanierung des Gymnasiums Christianeum wurden darüber hinaus beim Preis für Denkmalpflege 2018 der Patriotischen Gesellschaft gewürdigt.

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Maria Piening, Hannelore Bollinger, Eric Vaccaro, Sabine Bühler-Otten, Kirstin Unverzagt und Silvana Safouane (v.l.) mit Senator Ties Rabe (mit Schreibordner). Foto: @ Peter Albrecht

Schreibkompetenzen: Lehrkräfte entwickeln Unterrichtsmaterial für neu zugewanderte Schüler

Aktuell werden 2.490 neu zugewanderte Kinder und Jugendliche in Hamburgs Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) unterrichtet. Bis zu einem Jahr verbringen die jungen Neu-Hamburger in diesen besonderen Flüchtlingsklassen, bevor sie in eine Regelklasse wechseln können. Die größte Hürde dabei ist die deutsche Sprache – speziell das Schreiben von Texten, das den meisten neu zugewanderten Schülern sehr viel schwerer fällt als etwa das Verstehen, Lesen und Sprechen von Texten. Das Vermitteln dieser wichtigen Schreibkompetenzen ist nicht einfach. Einer der Gründe dafür ist fehlendes Unterrichtsmaterial. Doch damit ist nun Schluss: Eine Gruppe von engagierten IVK-Lehrkräften hat in Zusammenarbeit mit der Schulbehörde einen Schreibordner mit neuen Unterrichtseinheiten erarbeitet, der ab sofort im Unterricht eingesetzt werden kann.  

In einer Internationalen Vorbereitungsklasse zu unterrichten ist eine große Herausforderung für die Lehrkräfte, da hier Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Deutschkenntnissen zusammensitzen. Mit dem Ordner „Schreibkompetenzen trainieren von A1 bis B1“ können die Lehrer jetzt binnendifferenziert unterrichten und dabei allen Kindern gerecht werden – egal ob mit guten, geringen oder gar keinen Deutschkenntnissen. Das Unterrichtsmaterial für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) in der Sekundarstufe I setzt bei ganz konkreten alltagsrelevanten Schreibanlässen an und ermöglicht eine systematische Vermittlung von Schreibkompetenzen von Anfang an. Jedes der insgesamt zwölf Kapitel des faustdicken Ordners wurde für die drei Niveaustufen A1, A2 und B1 ausgearbeitet.

Die beteiligten Lehrkräfte der Stadtteilschulen Mümmelmannsberg, Barmbek und Hamburg-Mitte und dem Gymnasium Hamm haben zweieinhalb Jahre lang an dem Ordner gearbeitet. „Der Unterricht in einer Internationalen Vorbereitungsklasse funktioniert nicht mit einem Schulbuch, dafür ist die Gruppe zu heterogen“, erklärt Sabine Bühler-Otten vom Gymnasium Hamm, eine der Autorinnen. „Deshalb haben wir selber neue Aufgaben und Arbeiten entwickelt.“ Am vergangenen Montag übergaben die Autoren den Ordner ganz offiziell an Bildungssenator Ties Rabe. Dieser zeigte sich beeindruckt von der Initiative der Pädagogen. „Ich freue mich darüber, dass Lehrerinnen und Lehrer passgenau Unterrichtsmaterial entwickelt haben. Und es kommt sehr gut an, nicht nur in Hamburg. Ich bin beeindruckt!“ Die Schulbehörde hat inzwischen alle Hamburger Schulen mit einem Ordner ausgestattet.

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Gutes Team: Ganztagskoordinatorin Lea Holz und Schulleiter Frank Behrens. Foto: © Claudia Pittelkow

An der Schule Kielortallee in Eimsbüttel dürfen alle Schüler segeln – ganz ohne Segelboot

„War das mal ein Schloss?“ Diese Frage stellte ein Erstklässler, als er seine neue Grundschule, die Schule Kielortallee in Eimsbüttel, zum ersten Mal betrat. Tatsächlich sieht der historische Altbau von 1905 mit seinem turmbekronten Treppenhaus, den riesigen Fensterfronten und hohen Decken innen wie außen gleichermaßen imposant aus. Daran hat auch der moderne Erweiterungsbau nichts geändert, der 2017 im Rahmen einer umfangreichen Sanierung hinzugekommen ist. Die Schule hat sich durch die Baumaßnahmen weiterentwickelt – nicht nur in architektonischer Hinsicht. „Der Umbau hat uns einen immensen Schulentwicklungsimpuls gebracht“, sagt Schulleiter Frank Behrens.  

Wo sich früher geschlossene Klassen- und Gruppenräume befanden, gibt es heute nur noch Klassenräume und zum Flur hin offene Multifunktionsräume - sogenannte Kompartments. Dafür wurden die Wände zu den großzügigen Fluren entfernt und an jedem Ende ein Fluchtweg gebaut. Behrens: „Dank dieses Brandschutzkonzepts durften wir die Flure möblieren und als Lernflächen nutzen, was vorher nicht erlaubt war.“ Das innovative Raumkonzept machte ein neues pädagogisches Konzept möglich: das Segeln. „Segeln ist bei uns die Abkürzung für selbständiges, gemeinsames Lernen und ist ein Unterrichtsprinzip für alle Jahrgänge“, erklärt Behrens. „Die Kinder müssen sich und ihre Leistung selbst einschätzen und suchen ihre jeweilige Lernetappe selbst aus.“ Gesegelt wird klassenübergreifend, wobei die Kompartments dafür besonders gut geeignet sind, da hier kooperative Lernformen wie Partner- und Gruppenarbeit möglich sind.

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Foto: © Michael Reichmann

„Frag den Rabe":
Heute: Hamburg wächst – aber wachsen die Schulen auch mit?

Vor ein paar Wochen haben wir unsere Leserinnen und Leser dazu aufgerufen, uns ihre Fragen an Bildungssenator Ties Rabe zu schicken. Mit der neuen Rubrik „Frag den Rabe“ wollen wir Schülern, Eltern, Lehrkräften, Mitarbeitern der Schulbehörde und allen anderen Bildungsinteressierten die Möglichkeit geben, Fragen rund um das Thema Schule und Bildung direkt an den Senator zu richten. Unter der Vielzahl der Zuschriften haben wir heute die zweite Frage ausgesucht: Hamburg wächst und wächst – aber wachsen die Schulen auch mit? In knapp zweieinhalb Minuten beantwortet Rabe im Filmbeitrag die Frage – und nimmt dazu ein paar Bauklötze zu Hilfe.

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Eröffnungsveranstaltung 2018. Foto: © Hamburger VorleseVergnügen

Aktuelles: Erinnerungsprojekt für Schüler - Hamburger VorleseVergnügen - DemokratieErleben-Preis

Noch bis zum 10. Mai können sich Lehrerinnen und Lehrer für die Teilnahme an einem interdisziplinären, europaweiten Erinnerungsprojekt bewerben. „Sound in the Silence“, so der Projektname, soll Schülern weiterführender Schulen ermöglichen, sich künstlerisch mit schwierigen Aspekten der Geschichte des 20. Jahrhunderts auseinanderzusetzen. Jede Projektphase findet an einem ausgewählten Ort statt, in diesem Jahr am Bunker Valentin in Bremen, wo die Schüler die Geschichte der ehemaligen Nazi-U-Boot-Werft mit dem Schwerpunktthema Zwangsarbeit entdecken können. Die Jugendlichen arbeiten dort gemeinsam mit Künstlern, die Ergebnisse werden in einer Abschlussperformance präsentiert. Mehr Information»

Fünf Tage, 34 Lesungen, 34 Autorinnen und Autoren: Vom 17. bis 21. Juni findet das 5. Hamburger VorleseVergnügen statt – ein Lesefestival für Kinder zwischen 5 und 15 Jahren. Den Festivalauftakt gibt die Autorin Alice Pantermüller mit dem neuen Band ihrer Reihe „Mein Lotta-Leben“. Außerdem: Kabarettistin Uschi Flacke erarbeitet mit Schülern ein kreatives Umweltmusical, Katharina von der Gathen klärt über „Das Liebesleben der Tiere“ im Zoologischen Museum auf und Sven Gerhardt liest aus seinem Buch „Die Heuhaufen-Halunken“. In Museen und im Theater, in Bussen und Bahnen, im Tierheim, in der Zahnarztpraxis und in den Nachbarschaftstreffs der Wohnungsbaugenossenschaften lesen, zeichnen und erzählen Autoren aus ihren Büchern: vormittags für Schulklassen, nachmittags für die ganze Familie. Mehr Information»

Die Deutsche Gesellschaft für Demokratiepädagogik hat die Bewerbungsfrist für den DemokratieErleben-Preis bis zum 15. Mai verlängert. Der Preis zeichnet Schulen aus, die Kinder und Jugendliche besonders darin fördern, aktiv und verantwortlich die Demokratie als Lebens-, Gesellschafts-, und Herrschaftsform zu gestalten. Gesucht werden Schulen aller Formen und Schulstufen – von der Grund- und Förderschule bis hin zum Gymnasium – sowohl in staatlicher als auch in freier Trägerschaft. Den Gewinnern winkt ein Preisgeld von bis zu 5.000 Euro. Die Preisverleihung findet am 27. November im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung statt. Mehr Information»

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Zahl der Woche

Unsere Zahl der Woche ist die 45.000. So viele Schülerinnen und Schüler mehr sollen laut Prognosen im Jahr 2030 in Hamburg zur Schule gehen. Das entspricht grob in etwa der Einwohnerzahl Pinnebergs (42.300). 

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