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Schulbau-Offensive in Hamburgs Süden:
Grundschulen werden ausgebaut - neue Campusschule

Der Wohnungsbau im Hamburgs Süden boomt: Mehr als 10.000 Menschen werden in naher Zukunft in die großen Wohnungsbauprojekte „Vogelkamp Neugraben“, „Fischbeker Reethen“ und „Fischbeker Heidbrook“ einziehen, darunter viele Familien mit Kindern. Gleichzeitig wächst die Zahl der Geburten und damit die Zahl der künftigen Schulkinder. Allein im Raum Süderelbe wird derzeit mit bis zu 115 zusätzlichen Schülerinnen und Schülern pro Jahrgang gerechnet. Die Schulbehörde flankiert die Wohnungsbau-Offensive in Süderelbe deshalb mit einer Schulbau-Offensive. Vor allem im Grundschulbereich wird kräftig ausgebaut. Bildungssenator Ties Rabe: „Wir wollen, dass alle Kinder gute Schulen besuchen können. Deshalb haben wird die Investitionen in den Schulbau hier deutlich gesteigert.“

Getreu dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ ist geplant, alle Grundschulen der Region auszubauen, sodass ab dem Schuljahr 2022 aufwachsend bis zum Schuljahr 2024 bis zu 31 Klassen in jeden Jahrgang aufgenommen werden können. Das entspricht einer Steigerung von rund 40 Prozent. Die Stadt stellt hierfür bis zu 25 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Ausgebaut werden sollen die Grundschule am Johannisland und Ohrnsweg in Fischbek und die Grundschule Neugraben. Darüber hinaus sollen die Schule An der Haake in Neuwiedenthal, die Schule Schnuckendrift in Fischbek und die Grundschulabteilung der Stadtteilschule Fischbek-Falkenberg ausgebaut werden. „Zur genauen Umsetzung sind wir mit den Schulleitungen im Gespräch“, so Senator Rabe. 

Zusätzlich soll in der Region Neugraben eine neue weiterführende Schule gebaut werden. Geplant ist ein Schulcampus, der Gymnasium und Stadtteilschule verbindet. Hierfür sollen Investitionsmittel in Höhe von rund 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Die geplante Campusschule bietet insgesamt sechs neue Züge für rund 150 Fünftklässler und insgesamt rund 1.100 Schüler. Als Standort ist das Schulgebäude an der Neuwiedenthaler Straße in Neugraben vorgesehen. Das geräumige Gelände gehört bereits der Stadt und erfüllt alle planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen schnellen Schulbau. Alle Alternativen würden dagegen zeitliche Verzögerungen mit sich bringen und eine rechtzeitige Fertigstellung unmöglich machen. Die Zeitplanung sieht vor, die Schule rechtzeitig im Schuljahr 2023/24 an den Start zu bringen.

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Feierliche Übergabe des Geschichtsbuchs mit Senator Ties Rabe, Schulleiter Dr. Matthias Greite und Adam Borkowski, Vizekonsul der Republik Polen (v.l.). Foto: © Marzieh Telgenbüscher

Neu an Hamburgs Schulen: Deutsch-polnisches Geschichtsbuch „Europa - Unsere Geschichte“

Hamburgs Schülerinnen und Schüler können sich über eine neue Lektüre im Geschichtsunterricht freuen: In den nächsten Tagen werden alle Stadtteilschulen und Gymnasien mit dem ersten und zweiten Band des deutsch-polnischen Geschichtsbuchs „Europa - Unsere Geschichte“ ausgestattet. Dabei handelt es sich nicht um irgendein Geschichtsbuch, sondern um ein ganz besonderes Projekt, das seit vielen Jahren von deutschen und polnischen Historikern und Geschichtsdidaktikern vorangetrieben wird. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde nahm die Irena-Sendler-Schule, die intensive Kontakte zu Polen pflegt, stellvertretend für alle anderen Schulen die Bücher bereits am Mittwoch in Empfang.

Die auf insgesamt vier Bände angelegte Schulbuchreihe umfasst die in den Lehrplänen vorgesehenen Inhalte von der Ur- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart unter Berücksichtigung deutscher und polnischer Perspektiven. Europäische Geschichte wird so – für Deutschland gesprochen – erstmals auch aus einer nichtwestlichen Perspektive darstellt. Das Schulbuch-Projekt ist auch im Hinblick auf das deutsch-polnische Verhältnis von Bedeutung. Denn die Geschichte von Deutschen und Polen ist lang und wechselvoll, im 20. Jahrhundert war sie besonders schwierig und von Brüchen gekennzeichnet.  Die von Deutschen im Verlauf des Zweiten Weltkriegs in Polen begangenen Verbrechen an der Bevölkerung belasten bis heute das Verhältnis beider Staaten. Zugleich haben Polen und Deutsche über lange Zeit aber auch friedlich miteinander und nebeneinander gelebt.   

„Umso willkommener ist deshalb das deutsch-polnische Geschichtsbuchprojekt“, so Bildungssenator Ties Rabe. Es könne einen Impuls vermitteln, intensiver als bisher auch Polen als den größten direkten östlichen Nachbarn und seine Geschichte kennenzulernen. Rabe: „Das Geschichtsbuch soll Anlässe und Materialien bieten, die geeignet sind, den historischen Blick auf das Verhältnis von Deutschen und Polen ein Stück weit stärker als bisher in den Geschichtsunterricht der Hamburger Schulen zu integrieren.“

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Susanne Danke (BSB, l.) und Dr. Martina Diedrich (IfBQ) präsentierten sehr anschaulich alte und neue Elemente zur Qualitätsentwicklung. Foto: © Peter Albrecht

Qualitätsentwicklung an Hamburgs Schulen:
500 Schulleitungen kamen zur Auftaktveranstaltung

Am vergangenen Donnerstag versammelten sich alle Schulleiterinnen und Schulleiter aus Hamburg in der staatlichen Jugendmusikschule, um sich auf den neuesten Stand in Sachen Qualitätsentwicklung an den allgemeinbildenden Schulen bringen zu lassen. Wer zu spät kam, hatte Mühe, überhaupt noch einen freien Stuhl im großen Miralles-Saal zu finden, der gut und gerne 500 Menschen Platz bietet. Gleich zu Beginn der Veranstaltung gab es ein Lob an die Anwesenden: „Am wichtigsten für den Bildungserfolg sind die Akteure, sind Sie!“, betonte Bildungssenator Ties Rabe. Denn Bildungserfolg hänge von gutem Unterricht ab, und dieser von guten Lehrkräften. „Lassen Sie uns also gemeinsam den Bildungserfolg unserer Schülerinnen und Schüler weiter verbessern“, appellierte Rabe.

In seiner Rede benannte Rabe die zahlreichen Maßnahmen, die in den letzten Jahren zur Qualitätsentwicklung auf den Weg gebracht wurden und machte deutlich, dass die Verbesserung der Unterrichtsqualität keine einmalige Reform ist, sondern ein kontinuierlicher Arbeitsprozess, an deren Weiterentwicklung die Schulen und die Behörde gleichermaßen beteiligt seien. Und er zählte Erfolge auf: So sei beispielsweise der Anteil der Schulabbrecher halbiert, der Anteil der Abiturienten von 42 auf 52 Prozent gesteigert, die Zahl der Kinder an Sonderschulen um 40 Prozent verringert und die Ganztagsangebote an Schulen flächendeckend eingeführt worden. Über 80 Prozent aller Schüler nähmen inzwischen gerne am Ganztag teil. Rabe: „Das ist ein großer Erfolg von Ihnen!“ 

Schulische Bildung habe vier Kernaufgaben: Sie müsse erstens ein Ort der sozialen Begegnung und des sozialen Miteinanders sein, zweitens Leistung vermitteln – auch die Freude und Bereitschaft zur Leistung –, und drittens die Lernzeit sorgfältig nutzen. Rabe: „Erfolgreiches lernen braucht jede Minute.“ Als vierten Punkt benannte er das Vermitteln von Basiskompetenzen. „Wer nicht ordentlich lesen, schreiben und rechnen kann, ist blind für alle Aspekte der Bildung, er wird niemals die Faszination der Naturwissenschaft, die emotionalen Möglichkeiten der Künste und die Auseinandersetzung mit Literatur und Umwelt erfahren“, so Rabe. Sein Appell an die Schulleitungen: „Jeder kann dazu beitragen, den Bildungserfolg zu verbessern!“ Und weil das so sei, nehme man in Hamburg die Qualitätsentwicklung sehr ernst und habe eine Kultur des Hinguckens und des freundlichen Dialogs etabliert.

Die Maßnahmen – KERMIT-Tests, Evaluation von Lernerfolgen und Schulinspektion – zeigen Erfolg: Hamburg ist das einzige Bundesland, dass bei den beiden wichtigsten Lernstandsuntersuchungen der letzten fünf Jahre, den so genannten IQB-Studien der Kultusministerkonferenz, in allen Fächern und allen Jahrgängen ordentlich verbessert hat. Dem stimmte auch Professor Hans Anand Pant von der Humboldt Universität Berlin zu. In seinem Vortrag bestätigte der renommierte Bildungsforscher: „Hamburg ist das beste Bundesland der letzten Jahre, was datengestützte Qualitätsentwicklung an Schule angeht – mit Abstand!“ Am Ende der Veranstaltung, die noch weitere Vorträge, einen Film und sieben hochkarätige Themenworkshops beinhaltete, zog Rabe Bilanz: „Hamburg ist beim Qualitätsmanagement an Schulen gut aufgestellt, hat gemeinsam mit allen Schulleitungen und Kollegien einen weiteren Sprung nach vorne gemacht. Das macht Mut, denn es liegen weitere große Aufgaben vor uns.“

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Deutsche und französische Jugendliche an der BS03 während eines Austauschprojektes mit dem Ziel der Zusatzqualifikation „Traiteur" (Feinkostspezialist). Foto: © HIBB

Berufliche Auslandsaufenthalte bei Hamburgs Azubis beliebt

Hamburgs Auszubildende blicken gern über den Tellerrand: Sei es die angehende Kfz-Mechatronikerin, die einige Wochen in einer schwedischen Werkstatt Fahrzeuge repariert oder der Friseur-Azubi, der im Schulaustausch eine chinesische Beauty- und Make-Up-Schule kennenlernt.  12,8 Prozent der Hamburger Auszubildenden waren einmal oder sogar mehrfach im Ausland. Damit ist Hamburg bundesweit Spitzenreiter bei den Auslandsaufenthalten und liegt deutlich über dem bundesweiten Schnitt von 5,3 Prozent. Dies ergab eine Studie der Nationalen Agentur beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA-BIBB). Hierfür wurden deutschlandweit  rund 5.640 Auszubildende, aber auch 242 berufliche Schulen und 120 Ausbildungsbetriebe befragt.

Fast alle berufsbildenden Schulen in Hamburg führen weltweit Projekte durch, unter anderem in Israel, Großbritannien oder auch in den USA. 2016 verbrachten rund 1.300 Hamburger Azubis einige Wochen beruflich im Ausland. Lehrerinnen und Lehrer, die als Beauftragte für Internationales eingesetzt sind, unterstützen die Jugendlichen bei einem geplanten Austausch oder Praktikum. Zudem vermittelt die Mobilitätsagentur „Arbeit und Leben“ Praktika in ausländischen Unternehmen. Finanziert werden diese so genannten „transnationalen Mobilitäten“ unter anderem durch Programme wie ERASMUS+, durch die Kooperation des HIBB mit der Joachim Herz Stiftung oder auch durch Initiativen auf Bundesebene. Großzügig zeigen sich auch einige Unternehmen: Sie steuern beispielsweise die Flugkosten bei.

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Schicker und größer: Die neue Bücherei des Gymnasiums Marienthal. Foto: © Gymnasium Marienthal

Aktuelles: Richtfest für Turnhalle – neue Schülerbücherei – Bundeskongress Ganztag – Pausensingen

• Die Schülerinnen und Schüler der Stadtteilschule Horn können sich auf eine nigelnagelneue Turnhalle freuen. Für rund 5,5 Millionen Euro baut die Stadt am Horner Weg eine 2.000 Quadratmeter große, moderne Dreifeldhalle. Das Gebäude bietet eine vollständige barrierefreie Nutzung, sodass hier die Austragung ganzer Mannschaftswettkämpfe im Rollstuhlsport möglich wird. Am vergangenen Mittwoch wurde Richtfest gefeiert, die Fertigstellung der Halle ist für Juni 2019 geplant.

• Das Gymnasium Marienthal besitzt seit 13 Jahren eine Schülerbücherei, die Belletristik und Sachbücher für Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 12 bereitstellt. Die Schülerbücherei steht den Jugendlichen während der Unterrichtszeit für Recherche und freies Arbeiten zur Verfügung und dient in den Pausen als Entspannungsraum. Ab 14.30 Uhr findet dort außerdem die tägliche Nachmittagsbetreuung statt. Aufgrund ihrer großen Beliebtheit wurde es erforderlich, die Bücherei zu vergrößern. Zwei Jahre lang wurden über 60.000 Euro an Spenden gesammelt, mithilfe derer die Räumlichkeiten jetzt umgebaut und mit neuem Mobiliar ausgestattet werden konnten. Die neue Bücherei bietet einen Arbeitsraum mit acht PCs und 20 Gruppenarbeitsplätzen für selbstständiges Arbeiten, ein weiterer Raum ermöglicht den Schülern, eine kleine Auszeit vom Unterricht zu nehmen. Mobile Regale bieten Platz für 5.000 Bücher und können für Leseveranstaltungen verschoben werden.

• Der Bundeskongress des Ganztagsschulverbands vom 7. bis 9. November findet in diesem Jahr in Hamburg statt. Drei Tage lang kommen Akteure des Ganztags aus allen Bundesländern in der Stadtteilschule Alter Teichweg in Dulsberg zusammen, um sich auszutauschen, zu informieren und sich zu vernetzen. Das  diesjährige Tagungsthema lautet: „Mitreden – Mitbestimmen – Mitgestalten. Demokratie in der Ganztagsschule“. Kurzentschlossene können sich noch anmelden, es sind noch wenige Plätze frei. Anmeldung online auf der Homepage» des Ganztagsschulverbands.

• Wer gegen halb zehn Uhr morgens an der Ahrenshooper Straße laute Kinderstimmen fröhliche Lieder singen oder einen Kanon klatschen hört, kann ziemlich sicher sein, dass es sich um Schülerinnen und Schüler der Grundschule Rahlstedter Höhe handelt. Seit einigen Wochen treffen sich hier in der Aula regelmäßig fünf Klassen zum gemeinsamen Pausensingen. Die Schule möchte damit die Freude am Singen fördern und das „Wir-Gefühl“ an der Schule stärken. „Unsere Kinder gewinnen durch das Singen an Selbstvertrauen und erreichen gemeinsam etwas, das sie alleine nicht erreichen können, nämlich einen tollen Gesamtchorklang“, so Oliver Ehmsen, Organisator und stellvertretender Schulleiter. Nach und nach soll ein gemeinsames Schul-Lieder-Repertoire entstehen.

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