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„Berufs- und Studienorientierung“ wird neues Schulfach
in der Oberstufe

Hamburgs Abiturientinnen und Abiturienten haben die Qual der Wahl: Angesichts der Vielzahl von Ausbildungsberufen und Studiengängen, die nach dem Ende der Schulzeit zur Wahl stehen, fällt es vielen schwer, sich für ein Angebot zu entscheiden. Um den jungen Menschen die Entscheidung zu erleichtern, führt Hamburg als erstes Bundesland jetzt das neue Schulfach „Berufs- und Studienorientierung“ in der Oberstufe ein. Dafür haben Schulbehörde, Arbeitsagentur und die Stiftung der Deutschen Wirtschaft ein Unterrichtshandbuch konzipiert, das den Hamburger Gymnasien, Stadtteilschulen und Beruflichen Gymnasien ab nächstem Schuljahr zur Verfügung stehen wird. Und: Die Leistungen der Schüler sollen benotet werden.  

Das 360 Seiten starke Unterrichtswerk fügt sich nahtlos in das neue Rahmenkonzept der Schulbehörde ein und unterstützt den Berufswahlprozess der Oberstufenschüler. Dank der vereinten Mitarbeit von Lehrkräften und Berufsberatern der Arbeitsagentur wurden für das Handbuch handlungsorientierte Unterrichtseinheiten entwickelt, die auch regionale, hamburgspezifische Aspekte berücksichtigen. Für die Lehrkräfte wird das Methodenhandbuch zu einem wichtigen Baustein im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung. „Mit dem neuen Rahmenkonzept zur Beruflichen Orientierung in der gymnasialen Oberstufe und dem neuen Handbuch wollen wir alle rund 24.000 Hamburger Oberstufenschüler dazu befähigen, eine fundierte Berufswahlentscheidung zu treffen“, erklärt Bildungssenator Ties Rabe.

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Foto: © Peter Albrecht/BSB

Kultusministerkonferenz in Erfurt: Übereinstimmung beim Digitalpakt, offene Fragen beim Nationalen Bildungsrat

Fünf Milliarden Euro hat der Bund im vergangenen Jahr für die flächendeckende Digitalisierung von Deutschlands Schulen in Aussicht gestellt. Auf der ersten Kultusministerkonferenz mit der neuen Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und den Bildungsministern der Länder in Erfurt stand der Digitalpakt deshalb auch im Mittelpunkt des Treffens. In einem zweieinhalbstündigen Gespräch erörterten beide Seiten die offenen Fragen und die weitere Zusammenarbeit. „Das war ein konstruktives und gutes Gespräch“, so Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe. „Nach den Darstellungen der Bundesbildungsministerin bin ich jetzt sicher, dass wir den Digitalpakt schnell starten und ab 2019 die Schulen mit moderner digitaler Technik ausstatten können.“

Bund und Länder bekräftigten noch einmal ihren festen Willen, den Digitalpakt zügig zu vereinbaren. Gemeinsames Ziel ist es, dass der Digitalpakt 2019 startet und der Bund bis zum Ende der Legislaturperiode 3,5 Milliarden Euro und damit ab dem Jahr 2019 insgesamt fünf Milliarden Euro für fünf Jahre für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik zur Verfügung stellt. Gleichzeitig übernehmen die Länder die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte, die Anpassung der Bildungspläne, die Beschaffung von Lernprogrammen und weiterer Software sowie die Sicherstellung von Betrieb und Wartung der Infrastrukturen.

Während sich beim Digitalpakt eine hohe Übereinstimmung zwischen Bund und Ländern abzeichnete, müssen beim zweiten Schwerpunktthema Nationaler Bildungsrat noch viele Fragen geklärt werden. Der Nationale Bildungsrat soll auf Grundlage der Bildungs- und Wissenschaftsforschung Vorschläge für mehr Transparenz, Qualität und Vergleichbarkeit im Bildungswesen vorlegen. Bundesbildungsministerium und Kultusministerkonferenz haben unabhängig voneinander Vorschläge zur genaueren Ausgestaltung des Gremiums vorgelegt. Beide Vorschläge sehen ein Gremium mit zwei Kammern vor, eine Kammer mit Vertretern aus Wissenschaft und Praxis, eine zweite mit Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen. Unterschiede gibt es hinsichtlich der Aufgabenbeschreibung und der Stimmenverhältnisse. Ties Rabe: „Beim Nationalen Bildungsrat ist noch viel zu tun. Hier tragen die Länder mit großem Abstand vor dem Bund die finanzielle und politische Verantwortung, das muss sich auch im nationalen Bildungsrat widerspiegeln.“

Weitere Themen der Kultusministerkonferenz waren unter anderem die Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, die Demokratie- und Toleranzerziehung sowie die Aufwertung und Verbesserung der beruflichen Bildung. „Zur Stärkung der beruflichen Bildung müssen Bund und Länder mehr tun, denn im Vergleich zum Studium ist eine ordentliche Berufsbildung für viele junge Menschen der bessere Weg“, so Rabe.

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50 Jahre „Hamburger Ferienpass“:
Tolle Freizeitangebote für alle Daheimgebliebenen

Langeweile in den Ferien? Nicht mit dem „Hamburger Ferienpass“. Das Programmheft ist für Kinder und Jugendliche konzipiert, die in den Sommerferien nicht verreisen. Seit 1969 werden hier die Freizeitangebote der Stadt zusammengefasst – wer den Ferienpass vorzeigt, kann die Angebote vergünstigt oder sogar kostenlos nutzen. In der Jubiläumsausgabe zum 50. Geburtstag sind mehr als 600 Veranstaltungen und 10.000 Termine aufgelistet: Ob Streetdance oder Segelkurse, Keramikmalerei oder Kanutouren, Computer-, Fernseh-, Filmworkshops oder Seepferdchen-Kurs im Schwimmbad – die beiden Maskottchen des Ferienpasses, Jan und Jette, haben mal wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. 

Zusätzlich zu den vergünstigten Angeboten in den Sommer- und Herbstferien gibt die Ferienpasszeitung auf 133 Seiten einen Überblick über Freizeit- und Kulturangebote für Kinder und Jugendliche in und um Hamburg und ist damit auch ein nützliches Adressverzeichnis für das ganze Jahr. Der Hamburger Ferienpass wird nicht nur in den Schulen verteilt, sondern liegt auch in den Jugendämtern, Kundenzentren, Öffentlichen Bücherhallen, allen Filialen von Budnikowsky, allen Filialen der Buchhandlung Heymann sowie im Jugendinformationszentrum, Dammtorstraße 14, bereit. Das Heft gibt es auch zum Download».

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Foto: © Michael Reichmann

28. Lernstatt des Förderprogramms „Demokratisch Handeln“:
Rund 400 Schüler haben mitgemacht

Normalerweise trifft man Jugendliche im Hamburger Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) eher selten an. Ganz anders in der letzten Woche: Rund 400 Schülerinnen und Schüler hatten das LI förmlich „geentert“. Unter dem Motto „Demokratie entert Schule“ fand hier die 28. Lernstatt Demokratie des Förderprograms „Demokratisch Handeln“ statt. Im Wettbewerb des Förderprogramms „Gesagt! Getan. 2017“ hatten sich zuvor 250 Projekte aus ganz Deutschland beworben. 65 davon erhielten als Auszeichnung die Gelegenheit, ihre Arbeiten auf der Lernstatt vorzustellen. Dass Demokratie bei Hamburgs Schülern besonders groß geschrieben wird, zeigt sich daran, dass allein zehn der 65 Projekte aus der Hansestadt kamen.

Neben der Öffentlichkeit für die Projekte geht es auf der Lernstatt vor allem um die Vernetzung der Schüler untereinander. Und nicht zuletzt um Demokratie: Das Ergebnis der Lernstatt ist deswegen auch immer ein Katalog mit Forderungen der jungen Leute an die Politik. Neben engagierten Lehrkräften, bundesweit anerkannten Abschlüssen und mehr Mitgestaltungsrechten an Unterricht und Schule forderten die Schüler vor allem eine verbindliche Aufklärung über Schülerrechte durch die Schule. Auf der Abschlussveranstaltung im Rathaus nahm Sozialsenatorin Melanie Leonhard stellvertretend für die Politik die Forderungen» der Schüler entgegen.

Die aktuelle Runde des Wettbewerbes läuft bereits seit April. Noch bis 30. November können sich Schulen, Schülergruppen oder einzelne Schüler für „Gesagt! Getan. 2018“ bewerben. Die nächste Lernstatt wird voraussichtlich Mitte Juni 2019 in Brandenburg oder Thüringen stattfinden.

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Foto: © Anne Jüngling

Bundeswettbewerb Fremdsprachen:
Hamburger Gymnasien belegen zweiten und dritten Platz

Zwei Hamburger Gymnasien glänzten beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen in Schwerin. 36 Teams – die besten aus ganz Deutschland – waren in die Mecklenburg-Vorpommersche Landeshauptstadt gekommen, um ihre kreativen Beiträge vorzustellen. Dabei waren auch zwei Projekte aus Hamburg: Das Medienprojekt „F.B.A. – Famous by accident“ des Gymnasiums Alstertal und das Theaterstück „Why not to press the button“ des Helene-Lange-Gymnasiums in Eimsbüttel landeten auf dem Siegertreppchen. Beide hatten sich vorab im landesweiten Fremdsprachenwettbewerb durchgesetzt. 

Stolz präsentierten die Schülergruppen ihre Beiträge vor der Jury. Auf vier Bühnen zeigten und spielten sie, was sie erarbeitet hatten – und das teilweise in mehreren Fremdsprachen im selben Stück. Auch eine anschließende Fragerunde zu Inhalt, Entstehungsgeschichte und Folgen für das Fremdsprachenlernen des jeweiligen Projekts ging in die Jury-Bewertung ein. Bei den Hamburger Schülerteams herrschte große Freude: Das Gymnasium Alstertal verbuchte einen zweiten Platz für „F.B.A.“, das Helene-Lange-Gymnasium landete direkt dahinter auf Platz drei. Lehrer Tim Spranger, der das Medienprojekt „F.B.A.“ betreute: „Uns allen hat dieses in festlichem Rahmen perfekt organisierte Finale gezeigt, wieviel Kreativität und Sprachbegeisterung an Schulen trotz und neben unserem umfangreichen ‚business as usual‘ möglich ist!"

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Erfolgsmodell Streitschlichtung:
Über 2.000 Schüler an 120 Schulen engagieren sich

Beleidigungen, Missverständnisse oder Rangeleien – bei rund 220.000 Schülerinnen und Schülern gibt es immer mal wieder Konflikte auf dem Schulgelände. In diesen Fällen kommen die Streitschlichter zum Einsatz, speziell ausgebildete Mitschüler, die sich mit den Kontrahenten zusammensetzen und in einem Gespräch auf Augenhöhe – von Schüler zu Schüler – helfen, die Konflikte zu lösen. Seit nahezu 20 Jahren werden Streitschlichter an Hamburger Schulen ausgebildet, rund 2.000 sind aktuell im Einsatz. Einmal im Jahr bedankt sich die Behörde mit einer zweitägigen Veranstaltung bei den Schülern für ihr Engagement. An den 16. Streitschlichtungs-Tagen am vergangenen Dienstag und Mittwoch haben rund 500 Streitschlichter teilgenommen.   

Für rund 120 Hamburger Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien gehört das Konzept Streitschlichtung mittlerweile zum Schulalltag. Allein in den letzten sechs Jahren sind über 10.000 Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet worden. Streitschlichter haben die Aufgabe, als unparteiische Dritte zwischen den Kontrahenten zu vermitteln. Gemeinsam soll eine Lösung gefunden werden, mit der alle streitenden Parteien einverstanden sind. Alle Streitschlichter, jüngere wie ältere, werden in einem 30- bis 40-stündigen Kurs auf ihre anspruchsvolle Aufgabe vorbereitet. Die Streitschlichter vermitteln im Durchschnitt drei Mal pro Woche bei Konflikten ihrer Mitschüler. Um die Streitschlichtung in Hamburg weiter zu verfestigen, haben die Beratungsstelle Gewaltprävention der Schulbehörde, das „Institut für konstruktive Konfliktaustragung und Mediation“ und die Unfallkasse Nord eine Kooperation gebildet.

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Schüler verkleideten sich zum World Oceans Day als Wal. Foto: © Stadtteilschule Wilhelmsburg

Aktuelles: Plastikmüll auf dem Stundenplan – Fachtag Begabungspiloten – Mathematik-Olympiade – Jugend debattiert

• Um auf die fortschreitende Verschmutzung der Weltmeere aufmerksam zu machen, haben sich Grundschüler der Stadtteilschule Wilhelmsburg etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Verkleidet als vier Meter langer Wal bewegten sich die Zweitklässler der maritimen Profilklasse in einem Demonstrationszug durch den Stadtteil. Der selbst gebastelte „Blauwal“ bestand aus einem riesigen Pappmaché-Kopf, Finne, Fluke und fünf tragenden Kindern. Grund für das Spektakel war der World Oceans Day (WOD), den die Lehrkräfte in allen Grundschulklassen thematisiert hatten. Anhand von Bildern, Filmen und Sachtexten wurde den Kindern das weltweite Problem Plastikmüll nähergebracht.

• Rund 130 Lehrkräfte aus den zwölf beteiligten Projektschulen und weiteren interessierten Schulen besuchten den ersten Fachtag „Begabungspiloten“ im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, um Erfahrungen und Ergebnisse aus dem ersten Jahr des gleichnamigen Modellprojekts zu präsentieren. Die „Begabungspiloten“ sind die Hamburger Umsetzung der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“, an der über einen Zeitraum von zehn Jahren bundesweit 300 Schulen teilnehmen. Zentraler Schwerpunkt des Fachtages waren die Workshops, in denen „echte“ Praktiker rund 240 besonders begabten Schülern durch Themen wie „Biologie und Fotografie“, „Tiefseefische und andere Ungeheuer“ oder „Relativitätstheorie für 7. - 9.- Klässler“ geführt haben. Diese sogenannten Enrichment-Kurse sollen in den kommenden beiden Schuljahren fortgeführt und durch die Bereitstellung von Unterrichtskonzepten verstetigt werden.

• Im vergangenen Jahr hatte es „nur“ für Platz 2 gereicht, in diesem Jahr wurde er Bundessieger: Lennart Christian Grabbel hat es bei der 57. Mathematik-Olympiade in Würzburg aufs höchste Treppchen geschafft. Der Neuntklässler aus dem Gymnasium Farmsen war einer von elf Hamburger Landesbesten, die die Hansestadt auf Bundesebene vertraten. In zwei viereinhalbstündigen Klausuren konnte sich der selbstbewusste und sehr konzentriert arbeitende Lennart durchsetzen und erhielt die bundesweit höchste Punktzahl.

• Hamburger Erfolg auf Bundesebene bei „Jugend debattiert“: In Berlin traten in zwei Alterskategorien die jeweils 32 Besten der Bundesländer an. Ursprünglich waren auf Schulebene deutschlandweit rund 200.000 Schülerinnen und Schüler angetreten. In der Kategorie der Oberstufe belegte Emma Hansen vom Helene-Lange-Gymnasium den zweiten Platz – knapp hinter Baden-Württemberg. In der Diskussion der Frage, ob der Fastenmonat Ramadan bei der Planung von Schulveranstaltungen berücksichtigt werden solle, durfte sie die Pro-Seite vertreten. Die Bundesjury unter der Leitung von Sandra Maischberger bescheinigte der Eimsbüttelerin eine gute Sachkenntnis und einen ruhigen Diskussionsstil.

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