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Bessere Leistungen durch lautes Vorlesen:
Hamburg weitet Leseförderung an Grundschulen aus

Hamburgs Schulkinder sollen besser lesen lernen: An über 50 Grundschulen wird deshalb die Leseförderung nach einer neuen Methode ausgebaut. Die systematische Leseförderung, die auf regelmäßige Laut-Leseübungen zu festen Zeiten setzt, ist bereits an sechs Pilotschulen erfolgreich erprobt worden. Bildungssenator Ties Rabe: „Durch die Ausweitung dieser besonderen Leseförderung erreichen wir jede vierte Hamburger Grundschule mit einem sehr erfolgreichen Programm, das an Pilotschulen bereits enorme Leistungssteigerungen bei ihren Schülerinnen und Schülern gezeigt hat.“ Perspektivisch soll die neue Lernmethode auf alle Hamburger Grundschulen ausgeweitet werden. 

Bereits 2015 startete das Pilotprojekt der Initiative „Bildung durch Sprache und Schrift“ (BiSS) mit sechs Hamburger Grundschulen, bei denen ein besonderer Lese-Lernplan für die Klassen 2 bis 4 eingesetzt wird. Dazu gehören regelmäßige Trainingseinheiten, die dreimal pro Woche in den Unterricht eingebaut werden. In dieser Zeit wird die Leseflüssigkeit trainiert, der Wortschatz auf- und ausgebaut sowie die Lesemotivation gesteigert, egal, welches Fach auf dem Stundenplan steht. Dabei werden unterschiedliche Lautlese-Verfahren eingesetzt wie beispielsweise Lesen mit der ganzen Klasse im Chor, Tandem-Lesen oder Lesetheater. Diese Methoden nützen allen Kindern, erzielen aber besonders große Wirkungen bei Kindern aus bildungsfernen Familien. 

Zum Hintergrund: Im aktuellen Schuljahr sprechen 27 Prozent aller Kinder zu Hause selten oder gar nicht Deutsch. An Grundschulen bekommen 18 Prozent aller Kinder eine zusätzliche Förderung in Deutsch, weil sie in der Sprachentwicklung deutlich zurückliegen. Bei der Untersuchung der viereinhalbjährigen Kinder wird bei rund 15 Prozent ein ausgeprägter Sprachförderbedarf festgestellt, bei weiteren 12 Prozent aller Kinder ein einfacher Sprachförderbedarf. Senator Rabe: „Hamburgs Schüler sollen besser werden, denn das Lesen ist eine der Grundvoraussetzungen, um in der Schule Erfolg zu haben und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.“

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Auf Augenhöhe mit weiterführenden Schulen:
Hamburg gleicht Gehälter der Grundschullehrkräfte an

In den letzten Jahren hat die Bildungsforschung sehr deutlich herausgearbeitet, dass der Bildungserfolg von Kindern nicht erst in der Oberstufe, sondern in allen Schulstufen und insbesondere in der Grundschule nachhaltig geprägt wird. Zudem wurde die große Bedeutung der Qualifikation und Motivation der Lehrkräfte für ein erfolgreiches Lernen, für guten Unterricht und gute Schule erkannt.

Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse hat sich Hamburg auf den Weg gemacht. Mit Erfolg. Unterstützt durch viele kleine und größere Verbesserungen im Schulsystem sind Hamburgs Schülerinnen und Schüler in den Lernstandsuntersuchungen der letzten Jahre im Bundesvergleich deutlich vorangekommen. Trotz besonderer Herausforderungen - so sprechen beispielsweise rund ein Viertel aller Hamburger Kinder zu Hause kein Deutsch - konnten sich die Lernstände der Hamburger Schülerinnen und Schüler im bundesweiten Vergleich erheblich verbessern. Kein anderes Bundesland kann vergleichbare Erfolge vorweisen.

Bildungssenator Ties Rabe: "Das ist vor allem der ganz persönliche Erfolg der Hamburger Lehrerinnen und Lehrer. Dafür gebührt ihnen großer Dank - von den Schülerinnen und Schülern, von den Eltern, von Senat und Bürgerschaft und ganz besonders von mir als zuständigem Senator. Denn das alles ist nicht selbstverständlich."

Angesichts des Engagements der Hamburger Lehrkräfte, aber auch angesichts der Bedeutung guter Lehrkräfte für den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen, sollten Hamburgs Lehrkräfte deshalb auch nicht mehr wie in fast allen anderen Bundesländern unterschiedlich besoldet werden. Senat und Bürgerschaft haben deshalb beschlossen, die Gehälter von Grundschullehrkräften sowie von Grund-, Haupt- und Realschullehrkräften schrittweise auf das Niveau der Gehälter der Kolleginnen und Kollegen an den Gymnasien, Berufsschulen und Sonderschulen anzuheben. 

Die Erhöhung wird in drei Stufen organisiert. Ab dem 1. August 2021 werden Grund-, Haupt- und Realschullehrkräfte zusätzlich zu ihren bisherigen Bezügen eine monatliche, ruhegehaltfähige Zulage von zunächst 150 Euro erhalten. Ab dem 1. August 2022 soll diese monatliche Zulage auf 300 Euro steigen. Das Gehalt nähert sich somit in nur zwei Schritten den Bezügen aus der Besoldungsgruppe A13 an. Ab dem 1. August 2023 bekommen die Lehrkräfte dann das volle Gehalt A13 mit kleiner Zulage. Zusätzlich werden die Gehälter der Lehrkräfte mit Funktionsstellen oder Beförderungsstellen zum 1. August 2022 um eine halbe Besoldungsstufe angehoben.

Die in dieser Zeit neu eingestellten Kolleginnen und Kollegen werden entsprechend der zum Zeitpunkt ihrer Einstellung gültigen Besoldung in das Stufenmodell eingebunden. Auch die Bezahlung der tarifbeschäftigten Kolleginnen und Kollegen im Angestellten-Verhältnis wird entsprechend angepasst. Übrigens: Alle Erhöhungen, die mindestens zwei Jahre vor einer Pensionierung erfolgt sind, sind voll ruhegehaltfähig.

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Die beiden Erstplatzierten aus Hamburg, Lennart Grabbel (o.) und Janek Große, auf der Bühne mit Senator Ties Rabe (v.l.), Prof. Jürgen Prestin und Andreas Jansen. Fotos: © Katrin Obermeit

Bundeswettbewerb Mathematik:
Zwei Hamburger Schüler erreichten höchste Punktzahl

Ein 8x8−Schachbrett wird mit 32 Dominosteinen der Größe 1x2 vollständig und überschneidungsfrei bedeckt. Beweise: Es gibt stets zwei Dominosteine, die ein 2x2−Quadrat bilden. Eine knifflige Matheaufgabe, wer kann sie lösen? Auf jeden Fall die beiden Hamburger Schüler Lennart Grabbel und Janek Große, die in der zweiten Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik die Höchstpunktzahl erreicht haben. Am vergangenen Montag wurden sie gemeinsam mit den Zweit- und Drittplatzierten für ihre Leistungen ausgezeichnet. Insgesamt beteiligten sich in diesem Jahr 1.479 Jugendliche aus ganz Deutschland am Bundeswettbewerb, davon 17 aus Hamburg. 

Ausrichter des Wettbewerbs ist Bildung & Begabung, das Talentförderzentrum des Bundes und der Länder. Je zwei Schüler haben einen ersten, zweiten und dritten Preis erhalten. Die Siegerehrung übernahm Bildungssenator Ties Rabe: „Ich freue mich, dass sich so viele Jugendliche an diesem Wettbewerb beteiligt haben. Sie zeigen, wie viel Spaß Mathematik machen kann. Und der Wettbewerb macht auch deutlich, dass junge Menschen über sich hinauswachsen und Spitzenleistungen erbringen können.“ Die beiden Erstplatzierten haben sich mit ihren Leistungen für das Bundesfinale qualifiziert, das im Februar 2020 in Hofgeismar in Hessen ausgetragen wird. 

Der 1970 ins Leben gerufene Bundeswettbewerb Mathematik weckt und vertieft Interesse und Freude an der Mathematik. Neben Schulwissen müssen die Jugendlichen vor allem Ausdauer mitbringen, denn der Wettbewerb geht über drei Runden. In den ersten beiden Runden erhalten die Teilnehmer vier Aufgaben aus Geometrie, Kombinatorik, Zahlentheorie und Algebra. Wer in der zweiten Runde einen ersten Preis erhält, muss die Jury in der Finalrunde bei einem Fachgespräch überzeugen. Die  Bundessieger erhalten ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie eine einjährige kostenfreie Mitgliedschaft in der Deutschen Mathematiker-Vereinigung.

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Foto: © Claudia Höhne

Musik mit allen Sinnen erleben: Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ feiert 10-jähriges Bestehen

Vor zehn Jahren fiel der Startschuss für das Projekt "Jedem Kind ein Instrument", kurz JeKi, an dem bis heute rund 30.000 Grundschulkinder teilgenommen haben. Die Schulbehörde führt das Programm seit 2009 an 62 Hamburger Grund- und Förderschulen durch, vor allem in Regionen, die sozialen und kulturellen Nachholbedarf haben. Das Instrumentalspiel fördert die Persönlichkeitsbildung und unterstützt die körperliche und geistige Entwicklung. In der 2. Klasse lernen die Kinder die Instrumente kennen, die man in der Schule spielen kann, in Klasse 3 und 4 haben sie dann Unterricht auf dem gewählten Instrument. Dafür kommen einmal in der Woche erfahrene Instrumentallehrkräfte aus der Staatlichen Jugendmusikschule, dem Hamburger Konservatorium oder von privaten Musikschulen in die Schulen.

"Der wichtigste aller positiven Aspekte ist, dass JeKi unabhängig vom familiären Hintergrund allen Kindern den Zugang zum Instrumentalspiel ermöglicht und damit Chancengleichheit schafft. Kinder im Grundschulalter sind so offen für verschiedene Instrumente und verschiedene Musikrichtungen - sie öffnen ihre Seele und lassen die Musik rein", so Programmleiterin Gabriela Huslage. JeKi hat sich vom kurzfristigen Projekt zum langfristigen Programm entwickelt - inzwischen ist es das größte Kulturprogramm der Schulbehörde. Viele ehemalige JeKi-Kinder spielen auch heute noch Instrumente und nutzen die musikalischen Angebote der weiterführenden Schulen und Musikschulen. 450 schulinterne Konzerte wurden in den letzten zehn Jahren aufgeführt, Highlights waren die 17 schulübergreifenden Konzerte auf Kampnagel, in der Fabrik, Markthalle und im CCH. Das Jubiläumskonzert zum 10. JeKi-Geburtstag findet am 14. Mai 2020 in der Laeiszhalle statt.

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Saraya Gomis, erste schulbehördliche Anti-Diskriminierungsbeauftragte Deutschlands, berichtete aus ihrer Amtszeit. Foto: © Jens Hannewald

Fachtag „Schule ohne Diskriminierung“:
Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Knapp 90 Prozent aller Beschwerden, die bei nichtstaatlichen Anti-Diskriminierungsberatungsstellen eingehen, stammen aus dem schulischen Bereich. So berichtet eine Studie der Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes aus dem Jahr 2017. Als Gründe für Diskriminierung an Schulen werden ethnische Zugehörigkeit, Religion, sexuelle Orientierung oder Behinderung genannt, ausgehend sowohl von Mitschülern als auch von Lehrkräften. Kein Wunder also, dass der Fachtag „Schule ohne Diskriminierung“, ausgerichtet von der Beratungsstelle Interkulturelle Erziehung, auf großes Interesse stieß. Die Aula im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung war bis auf den letzten Platz besetzt.

Prof. Josef Keuffer, Direktor des Landesinstituts, wies darauf hin, dass Diskriminierung an Schulen meist nicht mit Absicht passiere. Dennoch werde das Selbstbewusstsein der Betroffenen durch negative Zuschreibung – ob mit oder ohne Absicht getätigt – schwer angegriffen. Saraya Gomis, ehemalige Anti-Diskriminierungsbeauftragte Deutschlands, berichtete, dass in ihrer Amtszeit von 2016 bis 2019 die Anzahl der Beschwerden gestiegen sei – für sie kein Beleg dafür, dass Diskriminierung zugenommen habe, sondern dafür, dass Betroffene häufiger über das Tabu-Thema sprechen. Mit speziellen Gesprächsangeboten für Schulen und verbindlichen Fortbildungen für Führungskräfte habe sie für die Auseinandersetzung mit Diskriminierung geworben. Gomis: „Meist wollen die Menschen, die Diskriminierung erfahren, nicht klagen, sondern einfach eine Anerkennung des Vorfalls und Maßnahmen, damit solche Vorfälle nicht mehr vorkommen.“ Der Effekt diskriminierungskritischer Arbeit sei aber vor allem, das Lern- und Schulklima zu verbessern. Darüber und über weitere Aspekte des Themas wurde anschließend mit Experten diskutiert. 

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Sogar ein Asteroid wurde nach Astronautin Samantha Cristoforetti (2.v.re.) benannt, 15006 Samcristoforetti. Foto: © Claudia Höhne

ESA-Astronautin berichtete im Schülerforschungszentrum von ihrer „Mission Futura“

Was junge Menschen in ihrer schulfreien Zeit in der Grindelallee 117 machen, machte sie im All: forschen und experimentieren. Die Hamburger Schüler ganz geerdet, sie in der Schwerelosigkeit. Die Rede ist von Samantha Cristoforetti, der ersten Italienerin in den Besatzungen der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Vergangene Woche besuchte die Astronautin das Schülerforschungszentrum (SFZ) und berichtete von ihrer Ausbildung, ihrer Astronauten-Lehrzeit bis hin zur Vorbereitung auf die Mission im Weltall und den erstaunlichen Erfahrungen während des Aufenthaltes im All. Im November 2014 war sie mit zwei Kollegen von Kasachstan aus ins All gestartet, auf die „Mission Futura“. Nach 199 Tagen kehrten alle wohlbehalten auf die Erde zurück.

Die 42-jährige Italienerin zeigte viele Bilder und Filme von ihren Erlebnissen im Weltall. Die zahlreichen Fragen der Schüler drehten sich vor allem um ihre Ausbildung zur Astronautin, das Leben an Bord der Raumstation und die Experimente. So wollte eine Schülerin wissen, wie das Weltall riecht. Die Fragen, ob sie an extraterrestrisches Leben glaubt, wie man sich im Weltall duscht und welche Star-Trek-Figur ihr Liebling ist, durften natürlich auch nicht fehlen. Schon als Kind las Cristoforetti gerne Science-Fiction-Bücher, später studierte sie Maschinenbau und schloss eine Ausbildung an der italienischen Luftfahrtakademie an, die sie 2005 als Offizierin und mit einem Bachelor-Abschluss in Luftfahrtwissenschaft verließ. Die jungen Besucher des SFZ lernten an diesem Tag, dass man es sogar ins Weltall schaffen kann, wenn man konsequent die eigenen Ziele verfolgt.

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Foto: © Michael Reichmann

„Frag den Rabe“:
Warum sollen Grundschüler im Chor lesen, Herr Senator?

Mit unserer Rubrik „Frag den Rabe“ wollen wir Schülern, Eltern, Lehrkräften, Mitarbeitern der Schulbehörde und allen anderen Bildungsinteressierten die Möglichkeit geben, Fragen rund um das Thema Schule und Bildung direkt an Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe zu richten. In dieser Woche wurde das neue Konzept der Leseförderung für Grundschüler vorgestellt. Eine der Methoden: Schüler lesen laut im Chor. Dazu äußert sich Rabe heute im Videobeitrag.         

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Zahl der Woche

Unsere Zahl der Woche ist die 13. Nicht nur, weil heute Freitag, der 13. ist, sondern auch, weil in Hamburg die Gehälter der Grundschullehrkräfte schrittweise auf das Niveau der Gehälter der Kolleginnen und Kollegen an den Gymnasien, Berufsschulen und Sonderschulen angehoben werden - und zwar auf A13.

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