Pressekonferenz im Rathaus. Foto: © Peter Albrecht

Studium und Ausbildung in einem:
Erste Berufliche Hochschule Hamburgs geht 2021 an den Start

Nach dem Abitur stehen Schüler oft vor einer schweren Entscheidung: Studium oder berufliche Ausbildung? Beides zusammen geht nicht – zumindest bisher. In Zukunft soll sich das ändern: Ab Sommer 2021 wird es mit der Beruflichen Hochschule Hamburg (BHH) ein neues Ausbildungs- und Studienangebot geben, das sowohl eine duale Berufsausbildung als auch ein Bachelor-Studium beinhaltet. Am Ende des vierjährigen Bildungsgangs haben die Absolventen einen Doppelabschluss in der Tasche – einen Bachelor und einen beruflichen Abschluss. Bildungssenator Ties Rabe: „Damit setzen wir einen Meilenstein für Hamburg. Die BHH ist ein weiterer großer Schritt auf dem Weg, berufliche und akademische Bildung gleichzustellen und qualitativ hochwertig weiterzuentwickeln.“

Die neue „Berufliche Hochschule Hamburg“ (BHH) soll als Fachhochschulbereich in das Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) eingegliedert werden. Die studienintegrierte Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule und in der neuen BHH statt. Sie steht zunächst jungen Menschen mit Abitur oder Fachhochschulreife in Berufen im kaufmännischen Bereich und in der Informatik offen. Weitere Angebote an der BHH sind insbesondere im Handwerk in Kombination mit einem betriebswirtschaftlichen Studium geplant. Die Ausbildung ist kostenlos, die Azubis erhalten sogar die übliche Ausbildungsvergütung ihres Betriebes. Ein weitergehendes Master-Studium an jeder Hochschule ist möglich.

Und so geht es jetzt weiter: Im nächsten Schritt befassen sich Bürgerschaft und Senat detailliert mit dem Gründungskonzept, das im Herbst beschlossen werden soll. Wer sich schon jetzt für eine studienintegrierende Ausbildung in 2021 interessiert, bewirbt sich rechtzeitig vor Ausbildungsbeginn bei einem Unternehmen, das Ausbildungsplätze in Verknüpfung mit einem Studium an der BHH anbietet. Voraussetzung für eine Berufsausbildung mit BHH-Studium ist eine Hochschulzugangsberechtigung. Zahlreiche Unternehmen haben bereits ihr Interesse an diesem erweiterten Angebot bekundet – dies wird in den kommenden Monaten konkretisiert.

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50 Jahre Vorschule in Hamburg. Foto: © Maikol

50 Jahre Vorschule in Hamburg:
Hier lernen Kinder, dass lernen Spaß macht

Vor 50 Jahren wurden in Hamburg die ersten Vorschulklassen eingerichtet. Vorschule – was ist das eigentlich? Die sechsjährige Paula von der Schule Klein Flottbek erklärt das so: „Wenn man noch nicht in die erste Klasse darf, kann man in der Vorschule schon mal was lernen. Dann weiß man was, wenn man in die Schule kommt.“ Mit der Einrichtung der Vorschulklassen zum Schuljahr 1968/69 sollten die Kinder auf den Unterricht in der ersten Klasse vorbereitet werden. Damit wurde an Hamburgs Grundschulen ein Angebot der frühkindlichen Bildung geschaffen, das bis heute Erfolg hat. Mit einem Senatsempfang wird das Jubiläum am heutigen Freitag im Rathaus gefeiert.

Die ersten sechs Vorschulklassen wurden in Horn und Finkenwerder eingerichtet. In der damaligen Bildungsdebatte wurde gerade der Ruf nach einer Verbesserung der vorschulischen Erziehung lauter. Eine frühere Einschulung konnte zwar nicht durchgesetzt werden, aber man hatte auch erkannt, dass ein verspäteter Zeitpunkt sich – zumindest für Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern – verhängnisvoll auswirken kann. Man begann zu der Überzeugung zu gelangen, dass Bildungsgerechtigkeit entscheidend von vorschulischer Förderung abhängt. Um Bildungsbarrieren abzubauen, sollte – als Ergänzung zur Erziehung durch die Familie – die frühkindliche Bildung institutionalisiert werden. 1969 legte die Schulbehörde entsprechende Maßnahmen fest – eine davon die Einrichtung der ersten Vorschulklassen. Hamburg war damit bundesweit Vorreiter: Erst im Juli 1970 zog die Kultusministerkonferenz mit ihren Vorstellungen zu einer Neugestaltung des Schulanfangs nach.     

Die Ziele der heutigen „Klassen 0“ an den Grundschulen haben sich im Vergleich zu damals kaum verändert. Bildungssenator Ties Rabe: „Wir wollen Kinder darin bestärken, ihre natürliche Neugierde auszuleben und sie in ihrer Lernfreude bestärken. Eltern vergessen manchmal, dass Kinder genau das wollen – lernen. Und in der Vorschule lernen sie, und sie lernen gleichzeitig, dass Lernen Spaß macht.“ Kein Wunder also, dass die vorschulischen Angebote in Hamburg gut angenommen werden: Im Schuljahr 2018/19 haben insgesamt 9.288 Schülerinnen und Schüler Vorschulklassen besucht. Etwa die Hälfte aller Schulen hat Vorschulklassen eingerichtet, rund 55 Prozent eines Jahrgangs gehen bereits jetzt in die Vorschule.

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Foto: © www.colourbox.de

Bessere Chancen für Kinder mit Behinderungen:
Schulbehörde ändert Anmeldeverfahren

95 Prozent der Hamburger Erstklässler werden an ihrer Wunschschule eingeschult. Das ist im Vergleich zu anderen Großstädten ein sehr guter Wert. In diesem Jahr gab es für eine Schülergruppe jedoch ein Problem. Kinder mit Behinderungen, die im Rahmen der Inklusion eine allgemeine Schule besuchen wollten, bekamen nur zu 70 Prozent einen Platz an ihrer Wunschschule. Grund dafür war eine seit langem bestehende Regelung, die allerdings in den vergangenen Jahren keine große Wirkung entfaltete: Um Kindern mit Behinderungen den Schulweg zu erleichtern und professionelle Fahrdienste zur Verfügung zu stellen, wurden sie in der Regel nur an der Schule eingeschult, die in unmittelbarer Umgebung von ihrem Wohnort lag.

Diese Regelung wird jetzt geändert. Bildungssenator Ties Rabe: „Wir wollen die Inklusion stetig verbessern. Und das bedeutet auch, bürokratische, organisatorische und pädagogische Hürden abzubauen, wo immer es möglich ist.“

Tatsächlich war es eher ein Zufall, dass die bestehende Schulwegregelung nicht schon früher die Elternwahl eingeschränkt hatte. Das lag vor allem daran, dass die Eltern in den letzten Jahren ohnehin zumeist die Schule gewählt hatten, die unmittelbar an ihrem Wohnort lag. In diesem Jahr war das anders, mehr Eltern als früher wählten eine Schule, die weiter weg lag. Prompt verhinderte die bestehende Schulwegregelung die Anmeldung an der Wunschschule. Deshalb hat Senator Rabe jetzt eine Anpassung der Regelung beauftragt. Auch eine Reihe weiterer bestehender Einschränkungen sollen überprüft werden. Ties Rabe: „Kinder mit Behinderungen sind in den allgemeinen Schulen willkommen. Sie haben ein Recht auf eine hervorragende pädagogische Bildung und Betreuung und auf den Besuch ihrer Wunschschule - wie alle Kinder.“

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Léane, Siri, Lea, Klasse 9a des Helene-Lange-Gymnasiums, mit betreuendem Lehrer Robin Kiso. Foto: © Robin Kiso

Bundeswettbewerb Fremdsprachen:
Zwei Hamburger Teams erfolgreich

Schon seit 40 Jahren fördert der Bundeswettbewerb Fremdsprachen junge Menschen im kreativen Umgang mit anderen Sprachen und Kulturen. In diesem Jahr hatten über 1.300 Teams mit mehr als 7.000 Schülern aller Schulformen aus ganz Deutschland sowie den deutschen Auslandsschulen ihre Theaterstücke, Filme und Hörspiele auf Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Latein eingereicht – einige Beiträge waren sogar mehrsprachig. Die 35 besten Teams, die sich in der Landesrunde durchgesetzt hatten, waren in dieser Woche nach Dachau und München gereist, um ihre Beiträge einer Expertenjury vorzustellen und am großen Sprachenfest teilzunehmen.

Zwei Hamburger Teams hatten bei der Siegerehrung mit Bayerns Kultusminister Michael Piazolo in München Grund zu großer Freude: Lea, Siri und Léane der 9a des Helene-Lange-Gymnasiums in Harvestehude erhielten einen zweiten Preis für ihr englischsprachiges Projekt „Would you know my name“, ein Team des Gymnasiums Lerchenfeld auf der Uhlenhorst wurde mit dem Sonderpreis des Deutschen Spanischlehrerverbandes für „Cita rápida“ ausgezeichnet. Lea vom Team des Helene-Lange-Gymnasiums schwärmt abschließend über die Reise und den Wettbewerb: „Die Stimmung war total schön. Wir hatten viel Spaß, haben uns besser kennen- und schätzen gelernt und spannende Gespräche geführt. Der Wettbewerb ist eine tolle Möglichkeit und Ansporn, sich weiterzuentwickeln“. Ab Juli können interessierte Teams sich für die nächste Runde anmelden.

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Foto: © Michael Reichmann

„Frag den Rabe" - Heute: Müssen Kinder schon vor der Einschulung etwas lernen, Herr Senator?

Mit unserer Rubrik „Frag den Rabe“ wollen wir Schülern, Eltern, Lehrkräften, Mitarbeitern der Schulbehörde und allen anderen Bildungsinteressierten die Möglichkeit geben, Fragen rund um das Thema Schule und Bildung direkt an Hamburgs Bildungssenator zu richten. In dieser Woche steht die Vorschule im Fokus. Seit 50 Jahren gibt es dieses Angebot in Hamburg – übrigens nur Hamburg, denn in keinem anderen Bundesland gibt es sonst noch Vorschulen. Warum ist das so? Aus aktuellem Anlass beantwortet Ties Rabe im Videoclip in zwei Minuten die Frage, warum Kinder schon vor der Einschulung etwas lernen sollten.

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Foto: © HIBB

Austausch: Fast jeder zehnte Hamburger arbeitet während der Ausbildung im Ausland

Rund 1.300 Hamburger Auszubildende haben sich 2018 entschieden, beruflich über den Tellerrand zu blicken und während ihrer Ausbildung im Ausland zu arbeiten. Viele waren im englisch- und/oder spanischsprachigen Raum unterwegs, einige auch in St. Petersburg, Frankreich oder Mosambik. Als Auszeichnung und Nachweis für die so erworbenen interkulturellen Kompetenzen erhalten die Azubis auf Wunsch ein Zertifikat von den zuständigen Kammern und dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB). Auch mehr als 100 Unternehmen, die ihren Auszubildenden den Austausch ermöglichen, werden ausgezeichnet. Der internationale Austausch ist in Hamburg zunehmend erfolgreich. Die Zahl der Teilnehmenden an Auslandsaufenthalten liegt aktuell bei über neun Prozent. Damit nimmt Hamburg im Bundesvergleich den Spitzenplatz ein.

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Foto: © www.colourbox.de

Zeugnissorgen? Hotline der Schulbehörde anrufen!

In anderthalb Wochen, am 26. Juni, erhalten rund 240.000 Schülerinnen und Schüler in Hamburg ihre Zeugnisse. Diese enthalten wichtige Hinweise auf die Entwicklung der schulischen Leistungen in der Einschätzung der Lehrkräfte. Für alle Kinder, Jugendlichen und Eltern, denen das Zeugnis Sorgen bereitet, haben die Regionalen Bildungs- und Beratungszentren (ReBBZ) vom 25. bis 28. Juni eine Hotline eingerichtet (Telefon 4 28 99 20 02). Jeweils von 8.30 bis 16 Uhr helfen Schulpsychologen, Sozialpädagogen und Lehrkräfte dabei, Ursachen für die schulischen Schwierigkeiten zu finden und zeigen Wege aus einer Krisensituation. Ausschließlich für Schüler bieten die ReBBZ zusätzlich einen Opens window for sending emailE-Mail-Beratungs-Service» an.

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Schülerinnen und Schüler des A-Chors in Prag. Foto: © Christianeum

Flashmob, Moldau und Carmina Burana:
A-Chor des Christianeums in Prag

Mit 350 Schülerinnen und Schülern ging der wohl größte Schulchor Deutschlands, der A-Chor des Christianeums in Othmarschen, kürzlich auf Reisen. Vom 22. bis 25. Mai erlebten die Sänger aus den Klassenstufen 8 bis 12 die historische Stadt Prag. Dort erwartete die Gruppe, die mit sieben Bussen angereist war, ein prall gefülltes viertägiges Programm - mit einem spontanen „Open-Air-Auftritt“ vor dem Präsidentenpalast in der Prager Burg, einer Stadtführung, die mit einem Volkstanz-Flashmob endete, einem Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Theresienstadt und Singen vor dem Panorama der Moldau. Höhepunkt der Reise war das gemeinsame Konzert mit dem Gastgeber-Chor Camerata Praha, bei dem Orffs Carmina Burana mit zwei Flügeln und fünf Pauken erklangen.  

Der A-Chor des altsprachlichen Gymnasiums wurde 1970 gegründet. Damals bestand er aus 35 Mädchen der Klassenstufen 5 und 6. Wer es nach dem obligatorischen Vorsingen in den reinen Mädchenchor schaffte, musste mitmachen. Auf der ersten Chorreise 1971 beschloss man, dass die Mitgliedschaft freiwillig sein sollte und auch Jungen in den Chor gehörten. Es kamen weitere Schulchöre dazu – die A-Chor-Zeit begann nun in der achten Klasse. Seit Mitte der 1990er Jahre zählt der A-Chor konstant über 300 Mitglieder. Heute gibt es am Christianeum drei Unterstufenchöre und den A-Chor, der regelmäßig im In- und Ausland auftritt. Am 20. Juni findet das Schuljahresabschlusskonzert in der Aula des Christianeums statt.

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Aktuelles: Musikalische Sommer Serenade – neue „Hamburg macht Schule" – Sommer des Wissens

• Am Sonnabend, 22. Juni, präsentiert die Staatliche Jugendmusikschule (JMS) ihr alljährliches Festkonzert – die Sommer Serenade. Zu hören gibt es eine Komposition von Wolf Kerschek „Die Europa Maschine“, ein musikalisches Experiment zur Erforschung der europäischen Identität – passend zum Europajahr 2019. Es folgt eine Collage mit bekannten Werken aus Europa, darunter Mozarts Zauberflöte, Zarathustra von Richard Strauss, finnische Chormusik, ein britisches Traditional und ungarische Czardas. Den Abschluss bildet Beethovens Ode an die Freude, den das Sinfonieorchester der JMS gemeinsam mit dem Mädchenchor Hamburg darbietet. Los geht es um 18 Uhr in der Laeiszhalle am Johannes-Brahms-Platz. Karten gibt es hier»

• Forschendes Lernen, das didaktische Konzept, welches an verschiedenen Schulformen von der Primarstufe bis zur Hochschule umgesetzt wird, steht im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe von „Hamburg macht Schule“ (2/2019), Hamburgs Zeitschrift für Lehrkräfte und Elternräte. Ein Leuchtturmprojekt, in dem forschend gelernt wird, ist beispielsweise „Jugend Forscht“ (im mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Bereich). Doch auch im alltäglichen Unterricht wird Forschendes Lernen an verschiedenen Standorten umgesetzt. Neben diesem thematischen Schwerpunkt gibt es weitere Themen aus der Schulwelt. Das Heft liegt ab Ende nächster Woche in den Schulen und im Eingangsbereich der Schulbehörde, Hamburger Straße 31, aus und steht als Download» zur Verfügung.

• In Hamburg gibt es die „Nacht des Wissens“ und den „Tag des Wissens“ – und jetzt auch den „Sommer des Wissens“. Das Wissenschaftsfestival bietet vom 20. bis 23. Juni auf dem Rathausplatz Experimente, Shows, Mitmach-Aktionen und Exponate zu verschiedenen Themen der Wissenschaft. In vier großen Themenzentren und auf einer Festivalbühne bieten rund 40 Hamburger Hochschulen und Forschungseinrichtungen in über 290 Programmpunkten faszinierende Einblicke in Klima und Umwelt, Technik, Naturwissenschaften, Medizin, Kunst oder Stadtgeschichte – ein Programm für die ganze Familie. Der Eintritt ist frei. Am Donnerstag und Freitag findet von 9 bis 12 Uhr ein exklusives Programm für Hamburger Schulklassen statt. Hier gibt es noch Restplätze»

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Foto: © Claudia Pittelkow

Zahl der Woche

Unsere Zahl der Woche ist die 465. So viele Märchen entstanden beim Märchenschreibwettbewerb im Rahmen der 15. Hamburger Märchentage. 516 Schülerinnen und Schüler schrieben fantasievolle Geschichten zum Jahresthema "Durch den Schneesturm zum königlichen Schloss nach Frankreich". Nach den Sommerferien gehts in die nächste Runde - dann dreht sich alles um Märchen aus Skandinavien.

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