Rund 220 Fachleitungslehrkräfte haben die erste Fortbildungsreihe absoviert. Foto: © Peter Albrecht

Unterricht mit digitalen Medien:
Hamburgs Fachlehrkräfte drücken nochmal die Schulbank

Mitte März hat Hamburg sein Programm zur Umsetzung des „Digitalpakts Schule“ vorgestellt. Mit rund 128 Millionen Euro werden Hamburgs Schulen in den nächsten fünf Jahren auf den neuesten Stand der Digitaltechnik gebracht. Investiert wird aber nicht nur in die Ausstattung der Schulen mit WLAN und digitalen Tafeln, sondern auch in die Fortbildung der Lehrkräfte. Bildungssenator Ties Rabe: „Ein zentraler Baustein dafür, dass das Lernen mit digitalen Medien im Unterricht gelingt, ist die Qualifizierung von Hamburgs Lehrerinnen und Lehrern.“ Der erste Durchgang der im Februar gestarteten Fortbildungsreihe wurde soeben abgeschlossen.  

Rund 220 Fachleitungslehrkräfte für die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und Musik von 40 weiterführenden Schulen haben am ersten Durchgang teilgenommen. Die frisch geschulten Pädagogen sollen jetzt als Multiplikatoren an ihren Schulen ihre Fachkollegen in die neuen Unterrichtsmedien einführen. Bis zum Jahresende sollen weitere 440 Kollegen der weiterführenden Schulen fortgebildet werden, im nächsten Jahr folgen dann Fortbildungen für Grundschullehrkräfte. Neben zahlreichen besonderen Fortbildungsangeboten zum Thema Digitaltechnik werden für jede Fachleitungslehrkraft insgesamt vier dreistündige Fortbildungsveranstaltungen, sogenannte Module, angeboten.

Dort lernen die Teilnehmenden fachliche Unterrichtsbeispiele und digitale Werkzeuge kennen – und können gleichzeitig üben, wie diese im Unterricht angewendet werden. Im Modul Mathematik werden beispielsweise Tools wie „GeoGebra“ und digitale Unterrichtsbausteine der Internet-Plattform „digital.learning.lab“ vorgestellt, im Fach Deutsch probieren die Lehrkräfte Werkzeuge mit Namen wie „Thinklink“, „Plickers“ und „Wortwolken“ aus. Senator Rabe: „Viele Lehrkräfte setzen schon jetzt digitale Medien im Unterricht ein, wir fangen also nicht bei null an. Aber die Veränderung von Lernprozessen braucht Zeit, und die Technik entwickelt sich ständig weiter. Deshalb ist es entscheidend, dass Schulen, Lehrkräfte und Schulbehörde die Herausforderungen annehmen und sich auf den Weg machen.“

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Foto: © www.colourbox.de

Digitalpakt Schule:
Technische Infrastruktur an Schulen – so gehts weiter

Mit dem „Digitalpakt Schule“ stellt der Bund den Ländern über eine Zeitspanne von fünf Jahren rund fünf Milliarden Euro zur Steigerung der Leistungsfähigkeit der digitalen Bildungsinfrastruktur zur Verfügung. In Hamburg sind bereits jetzt alle Schulen an das moderne Glasfasernetz angeschlossen, alle Klassenräume haben einen Netzwerkanschluss und alle Lehrerzimmer WLAN. Pro Klasse stehen Hamburgs Schülern durchschnittlich fünf Computer zur Verfügung – doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt. Mit den zusätzlichen Millionen aus dem Digitalpakt Schule geht der Ausbau jetzt munter weiter: Bis zum Jahr 2023 sollen alle 13.200 Klassen- und Fachräume mit WLAN in Gigabit-Technik ausgestattet werden. Außerdem bekommen alle Unterrichtsräume moderne Präsentationstechnik wie große Displays oder Computer-Beamer-Kombinationen.

Von den 128 Millionen Euro, die Hamburg aus dem Digitalpakt anteilig zur Verfügung stehen, fließen rund zehn Prozent in länderübergreifende Projekte und landeseigene übergeordnete Maßnahmen. 90 Prozent werden direkt in die bessere Ausstattung der privaten und staatlichen Schulen investiert, für die staatlichen Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien und Sonderschulen sind rund 90 Millionen Euro vorgesehen. Das Ausbauprogramm umfasst neben schnellem WLAN und modernster  Präsentationstechnik auch die Beschaffung von rund 30.000 neuen Laptops oder Tablets für den Unterricht sowie rund 15.000 Mikrocomputer für die Klassenstufen 4 bis 6, mit deren Hilfe die Schülerinnen und Schüler informatische Grundbildung erwerben und zum Beispiel bereits gegen Ende der Grundschulzeit sehr leicht die ersten Programmierschritte lernen können.

Grundsätzlich setzt Hamburg jedoch – wie mit dem Bund und den Ländern vereinbart – darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nach dem Prinzip „Bring your own device“ (BYOD) hauptsächlich ihre eigenen Endgeräte im Unterricht einsetzen können (und die Schule lediglich jenen Schülern ein Gerät zur Verfügung stellt, die selbst keines haben.) Je nach unterrichtlichem Einsatz können dann auch die schulischen Endgeräte, Tablets oder Notebooks genutzt werden.

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Schüler der Stadtteilschule Bergstedt mit dem goldenen Wanderpokal. Foto: © Thomas Bressau

Weltgrößtes Schul-Schachturnier:
Pokal geht an linkes Alsterufer

Das traditionsreiche Schachturnier „Rechtes Alsterufer gegen linkes Alsterufer“ gehört zu Hamburg wie Michel und Alster. Schon Generationen von Schülern haben seit 1958 jedes Jahr am Schachbrett gesessen, um ihre geistigen Kräfte zu messen. Im letzten Jahr holten die Schulen des rechten Alsterufers den Siegerpokal. Dort war der Jubel groß, denn in den letzten 61 Jahren haben die Spieler vom linken Alsterufer fast doppelt so häufig gewonnen wie die Spieler von der rechten Seite. Am gestrigen Donnerstag hatten wieder die Schulen vom linken Alsterufer die Nase vorn und gewannen mit 918 gegen 794 Punkten. In der Gesamtwertung seit 1958 führt damit das linke Alsterufer mit 37 zu 21. Der goldene Wanderpokal ging an die Stadtteilschule Bergstedt.

Rund 3.500 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen waren am gestrigen Donnerstag in die Barclaycard Arena geströmt, wo Bildungssenator Ties Rabe gemeinsam mit dem ehemaligen „Tagesthemen“-Moderator Ulrich Wickert das 61. Alsteruferturnier mit dem obligatorischen ersten Zug eröffnete (Bauer E2 auf E4). Nach zweieinhalb Stunden voller Konzentration endete das Turnier, bis dahin noch nicht beendete Partien wurden von den Schiedsrichtern abgeschätzt. Alle Partien werden grundsätzlich ohne Uhren gespielt. Das Alsteruferturnier ist eines der größten Schachturniere der Welt. Insgesamt saßen bisher über 100.000 Kinder in den vergangenen 61 Jahren an den Brettern, um für ihr Alsterufer Punkte zu ergattern. Veranstalter des Turniers ist die Hamburger Schulbehörde.

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Foto: © coach@school e.V.

„Hamburger Bücherkoffer" für Deutschen Integrationspreis nominiert – als einziges Leseförderprojekt

„Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten“, schrieb schon Aldous Huxley. Das Lesen zu fördern und damit Erst- und Zweitklässlern an Schulen in sozial schwieriger Lage Chancen für Bildung zu ermöglichen, ist die Herzensangelegenheit des Vereins coach@school. In Kooperation mit dem Programm FLY (Family Literacy) der Schulbehörde hat der Verein 2016 den „Hamburger Bücherkoffer“ ins Leben gerufen – mit zwei entscheidenden Eckpfeilern: Mehrsprachigkeit und Elternbeteiligung. „Die Kinder freuen sich sehr, wenn sie den knallblauen Bücherkoffer mit nach Hause nehmen dürfen“, berichtet Projektleiterin Maike Ellenberg. Das ist mehrmals im Schuljahr für jeweils eine Woche möglich.

Zu Hause motiviert der Kofferinhalt – zwölf mehrsprachige Bücher sowie ein Lesetagebuch – zum gemeinsamen (Vor-)Lesen mit den Eltern auf Deutsch und in der jeweiligen Muttersprache. Zur Einführung des Projekts in den Klassen gibt es eine Veranstaltung mit Vorlese-Coaches, die den Koffer und die Möglichkeiten des ganzjährigen Einsatzes im Unterricht vorstellen. Teilnehmende Lehrkräfte erhalten eine spezifische Fortbildung, die Eltern erlernen in Workshops Vorlesetechniken. Für die Lehrkräfte bedeutet die Teilnahme am Projekt lediglich wenige Minuten zeitlichen Mehraufwand: fünf Minuten pro Woche für die Übergabe des Bücherkoffers unter den Kindern sowie ein paar Minuten für den Austausch mit den Eltern.

An den bisher neun Bücherkoffer-Schulen beteiligt sich ein Viertel der Elternschaft am Projekt – ein großartiger Schnitt, der den hohen Bedarf für die mehrsprachige Leseförderung widerspiegelt. Darum wird der Bücherkoffer nun auch in Wohnunterkünften und Kitas für Zugewanderte eingesetzt – hier ist der Koffer rot und enthält 13 Bücher. Übrigens: Als einziges Leseförderprojekt ist der Hamburger Bücherkoffer für den Deutschen Integrationspreis nominiert. Der Gewinner wird in einer Crowdfunding-Phase ermittelt und erhält Zugang zu weiteren Geldern, mit denen das Konzept in Hamburg und darüber hinaus verbreitet werden kann.

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Jesper Nebbe (14) und Can Nayci (14) protestieren mit ihrem Foto „Weg!“ gegen gesellschaftliche Zwänge. Foto: © Nebbe/Nayci

Ausstellung: 66 Fotos des Schülerwettbewerbs „Protest.Sucht.Motiv.“ in der Europapassage

Ob für die Umwelt oder gegen ein zu schweres Matheabitur: Protestieren scheint dieser Tage bei Jugendlichen hoch im Kurs zustehen. Dass Protest auch sehr gut mit Fotografie zusammengeht, zeigt der Hamburger Fotowettbewerb Protest.Sucht.Motiv. Mit der Frage „Wofür sollten wir unsere Stimme erheben?“ waren Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 7 bis 13 aufgerufen, ihren Protest fotografisch auszudrücken. Mit dem Siegerfoto „Weg!“ zeigen Jesper Nebbe (14) und Can Nayci (14) vom Gymnasium Dörpsweg beispielsweise ihren Protest gegen gesellschaftliche Zwänge: „Im Alltag fühlt man sich als Jugendlicher manchmal gelähmt: 1.000 Dinge werden von einem erwartet, Kreativität und Eigensinn im Keim erstickt“, so die jungen Fotografen. Bereits Anfang April wurden sie gemeinsam mit drei anderen Preisträgern des Wettbewerbs auf Kampnagel prämiert.

Seit 2013 veranstaltet die Schulbehörde den alle zwei Jahre stattfindenden Wettbewerb. Dabei wechselt jedes Mal das Motto. In vergangenen Wettbewerbsrunden suchten so bereits „Plastik“ (2013), „Reichtum“ (2015) und „Spiel“ (2017) ihr jeweiliges Motiv. Über 600 Schüler aus 35 Hamburger Schulen haben sich in diesem Jahr an der inzwischen vierten Wettbewerbsrunde beteiligt. Seit gestern werden die 66 besten Fotos der insgesamt 451 Einsendungen in der Europapassage ausgestellt. Dort kann man sie noch bis zum 1. Juni bestaunen. Danach wandert die Ausstellung nach Eimsbüttel ins Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) weiter. Unterstützt wird der Wettbewerb von vielen renommierten Partnern wie dem Museum für Kunst und Gewerbe, den Deichtorhallen oder dem in Hamburg ansässigen Kamerahersteller Olympus, der auch den Hauptpreis für die Sieger stellte: eine Digitalkamera.

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Foto: © Michael Reichmann

„Frag den Rabe“: Heute: Wie waren Sie eigentlich selbst in der Schule, Herr Senator?

Mit unserer Rubrik „Frag den Rabe“ wollen wir Schülern, Eltern, Lehrkräften, Mitarbeitern der Schulbehörde und allen anderen Bildungsinteressierten die Möglichkeit geben, Fragen rund um das Thema Schule und Bildung direkt an Hamburgs Bildungssenator zu richten. Da Ties Rabe selbst studierter Lehrer ist und vor seiner Zeit als Senator viele Schulkarrieren begleitet hat, war es nur eine Frage der Zeit, bis uns diese Frage erreichte: Wie waren Sie eigentlich selbst in der Schule, Herr Senator? In zweieinhalb Minuten beantwortet Rabe im Filmbeitrag die Frage – und verrät, welche Rolle sein Mofa und das Mädchen von der ersten Bank in seiner Schulzeit gespielt haben.

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Hamburger Schultheaterfestival auf Kampnagel
Foto: © Theater macht Schule

Aktuelles: Schultheaterfestival – Schülerforschungszentrum – Spielen macht Schule

Vom 27. bis 29. Mai öffnen sich auf Kampnagel die Türen für das Hamburger Schultheaterfestival „theater macht schule“. In diesem Jahr sind in den Inszenierungen Türen ein beliebtes Motiv. Durch Türen werden nicht nur Zimmer, sondern auch ästhetische, politische oder auch historische Denkräume betreten. Welche Welten sich den Spielgruppen aus Hamburger Grundschulen, Stadtteilschulen und Gymnasien eröffneten, zeigen diese in insgesamt 14 Aufführungen. Mehr Information»

Am 13. Juni lädt das Schülerforschungszentrum Hamburg alle Interessierten ein, sich die Ergebnisse des zweiten Forschungsjahres anzusehen. Von 17 bis 20 Uhr präsentieren die Jungforscherinnen und Jungforscher ihre Projekte und stehen für Auskünfte bereit. Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler ebenso wie Familien, Lehrkräfte, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Hamburger Hochschulen und Instituten sowie alle bildungsengagierten und wissenschaftlich interessierten Hamburger. Mehr Information»

Ausgehend von der Erkenntnis der modernen Hirnforschung, dass Kinder beim Spielen lernen, will das Projekt „Spielen macht Schule“ das Spielen mehr in den Schulalltag integrieren. Im Rahmen eines Wettbewerbs werden deshalb jährlich 200 Schulen von der 1. bis zur 4. Klasse mit Spielezimmern ausgestattet. Grundschulen in Hamburg haben jetzt wieder die Möglichkeit, sich mit einem individuellen Konzept beim Verein „Mehr Zeit für Kinder“ um eine kostenlose Spielzeug-Ausstattung zu bewerben. Auch engagierte Eltern- und Fördervereine können in Absprache mit Lehrkräften tätig werden und ein Ideenpapier für ihre Schule einreichen. Einsendeschluss ist der 31. Mai. Mehr Information»

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Foto: © Claudia Pittelkow

Zahl der Woche

Unsere Zahl der Woche ist die 51.200! So viele Schachfiguren mussten in der Nacht vor dem großen  Alsteruferturnier in der Barclaycard Arena auf 1.600 Schachbretter gestellt werden. Der traditionsreiche Wettkampf ist nicht nur Hamburgs größtes Schülerschachturnier, sondern sogar das größte Schülerschachturnier der Welt!  

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