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Rechtschreibung: Studie der Uni Bonn sorgt schon vor Veröffentlichung für Aufmerksamkeit

Obwohl noch gar nicht veröffentlicht, sorgt eine Studie der Universität Bonn bereits jetzt für Diskussionen: Psychologen haben die Rechtschreibleistung von über 3.000 Grundschulkindern aus Nordrhein-Westfalen verglichen und herausgefunden, dass Schüler, die mit der klassischen Fibel-Methode lernen, deutlich weniger Rechtschreibfehler machen als andere. Kindern, die dagegen mit der Methode „Lesen durch Schreiben“ unterrichtet wurden, seien 55 Prozent mehr Fehler unterlaufen als Fibelkindern, heißt es in einer Pressemitteilung der Uni Bonn. In Hamburg ist die „Lesen durch Schreiben“-Methode, bei der die Schüler die Wörter so schreiben, wie sie sie hören, ohne dass der Lehrer korrigierend eingreift, seit 2014 verboten. Die richtige Schreibweise wird von der ersten Klasse an geübt.

Entscheidend sind jedoch nicht die einzelnen Methoden - zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass Lehrer auch mit unterschiedlichen Lernmethoden gleich gute Ergebnisse erzielen. Entscheidend ist vielmehr, wie die Lehrkräfte ihren Unterricht gestalten und auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder eingehen. Maßgeblich für den Lernerfolg sind die Instruktion der Lehrerinnen und Lehrer und die Strukturiertheit des Unterrichts. Das Verbot von „Lesen durch Schreiben“ ist daher nur ein Teil einer ganzen Reihe von Maßnahmen, die vor vier Jahren zur Verbesserung der Rechtschreibung insbesondere an den Grundschulen aufgelegt wurde. Dazu gehören auch die Einführung eines Basiswortschatzes und die jährliche Überprüfung der Rechtschreibleistung in den Klassen 1 bis 10.

Seit diesem Schuljahr gibt es einen Masterplan, der den Rechtschreibunterricht genau regelt. In allen Grundschulen soll mindestens ein Sechstel des Deutschunterrichts auf Rechtschreibung verwendet werden. Ein weiteres Sechstel soll zusätzlich zum Schreiben von Texten genutzt werden. Außerdem gibt es sechs statt bisher vier Deutsch-Klassenarbeiten pro Jahr. Die zwei zusätzlichen Arbeiten werden ausschließlich Klassenarbeiten zur Überprüfung der Rechtschreibung sein, und die darin gemachten Rechtschreibfehler sollen Schüler zukünftig in jedem Fall korrigieren, um das richtige Schreiben immer wieder zu üben. Zusätzlich wird die Hamburger Schulbehörde in Zusammenarbeit mit Schleswig-Holstein sogenannte „Webinare“ entwickeln, interaktive Schulungsangebote für Lehrkräfte zum Thema Rechtschreibung. 

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Ingrid Körner, Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, begrüßt die Gäste zum Senatsempfang. Foto: © Lucas Stoppel/Senatskanzlei

Ganz stark in Sachen Inklusion:
Bildungshaus Lurup mit Senator-Neumann-Preis ausgezeichnet

Seit 1973 vergibt der Hamburger Senat alle fünf Jahre den Senator-Neumann-Preis für herausragende inklusive Projekte. Die Preisträger müssen maßgeblich an Leistungen und Arbeiten beteiligt sein, die die Interessen behinderter Menschen berücksichtigen und sich erfolgreich für Inklusion, Chancengleichheit und Selbstbestimmung einsetzen. In diesem Jahr geht der Hauptpreis an das Bildungshaus Lurup, ein Kooperationsprojekt der Grundschule Langbargheide und der Kita Moorwisch. Die Einrichtung sei das beste Beispiel für täglich gelebte Inklusion, begründete die Jury ihr Urteil. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.  

Nach dem Urteil der Jury sorge das Bildungshaus Lurup für Chancengleichheit, in dem die Angebote allen Kindern zur Verfügung stehen. Das Haus decke die meisten Lebensbereiche ab, sei vorbildlich in der Vielfalt der Partner und gehe über die Schule hinaus in den Arbeitsmarkt. Hier begegneten sich die Menschen auf Augenhöhe - Herkunft, Alter und Behinderung spielten im Bildungshaus keine Rolle. Annette Berg, Leiterin der Grundschule Langbargheide, freut sich sehr über die Auszeichnung, die unter Hamburgern auch „Inklusions-Oskar“ genannt wird. „Wichtig ist uns immer noch unser Motto: Mit allen an die Spitze!“, so die Pädagogin, „und der Satz: Wir sehen Kinder, keine Diagnosen.“

Namensgeber für den Preis ist der ehemalige Hamburger Senator Paul Neumann, der von 1925 bis 1933 für das Ressort Wohlfahrt zuständig war und nach dem Krieg den heutigen Sozialverband Deutschland mitgegründet hat. Um den Senator Neumann-Preis haben sich in diesem Jahr 93 Einzelpersonen und Projekte beworben. Zwei Bewerbungen teilen sich den 2. Platz: Die Erfinder der EiS-App zum leichteren Erlernen der Gebärdensprache und die Kulturfabrik Kampnagel für ihr inklusives Miteinander „auf, hinter und vor der Bühne“. Der Nachwuchspreis geht an die studentische Gruppe Enactus für ihr Stadt-Führungs-Projekt, bei dem alle Teilnehmenden im Rollstuhl sitzen.

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Fünf Mentorinnen wurden für ihr Engagement geehrt. Foto: ©Werner Delasauce

Zehn Jahre Mentor.Ring Hamburg:
Sechs Ehrenamtliche geehrt – 4.000 gibt es hamburgweit

Der Mentor.Ring, das Hamburger Netzwerk der Paten- und Mentoringprojekte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, feierte am vergangenen Freitag sein zehnjähriges Bestehen mit einem Mentoring-Tag. Während am Vormittag ein Grußwort des Senators und ein Fachvortrag zum Thema Sprache auf dem Programm standen, ging es am Nachmittag in verschiedenen Workshops um konkrete Fragen aus der Projektpraxis. Emotionaler Höhepunkt der Veranstaltung war jedoch wie in jedem Jahr die Ehrung einzelner Mentorinnen und Mentoren.

Zu den Geehrten gehört in diesem Jahr Sabine Heidinger, die seit acht Jahren als Schüler-Coach im Projekt Starthilfe Jugendliche auf dem Weg ins Erwachsenenleben begleitet, zeitweise vier Schüler gleichzeitig. Mit großem Engagement kümmert sich Angelika Piasecki seit 2015 beim Bergedorfer Verein für Völkerverständigung um eine zwölfköpfige Großfamilie aus Afghanistan. Bereits seit 2005 ist Marlies Bothmann als Lesementorin aktiv und hat bereits elf Schulkinder beim Lesenlernen begleitet. Traute Darwazeh begleitet seit 2015 ihr Patenkind Anastasia, eine russischsprachige Aussiedlerin, die bei ihrer Einschulung kaum Deutsch sprach, und Carola van der Wyst engagiert sich seit einem Jahr für ein 17-jähriges Mädchen aus dem Irak. Thomas Albrecht, seit über zehn Jahren vielfältig aktiv, wurde als einer der „Gründerväter“ des Mentor.Ring geehrt.

Hamburg ist also nicht nur die Hauptstadt der Stiftungen – rund 1.400 gibt es aktuell – und die Stadt der Mäzene, sondern Hamburg ist auch eine vorbildliche Stadt, wenn es um freiwilliges Engagement geht. Zahlreiche ehrenamtliche Mentoren- und Patenprojekte haben sich in den letzten Jahren etabliert, rund 40 Initiativen mit mehr als 4.000 ehrenamtlichen Mentoren, Paten oder Coaches sind zurzeit aktiv. Ob Patenschaften für junge Familien, Coaching für junge Sportler, Begleitung von Geflüchteten oder Mentoren für das Lesen lernen – die Paten- und Mentorenprojekte sind so bunt und vielfältig wie die Patinnen, Paten und Patenkinder selbst.

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Auf dem Podium diskutierten Experten über die praktische Umsetzung im Unterricht. Foto: © Regina Haß (LI)

Impulse für bewegtes Lernen:
Fachtage für Schulsport und Bewegte Schule

Sport ist gesund und hält den Körper fit - das weiß wohl jedes Schulkind. Aber dass man mit Bewegung auch besser in Mathe werden kann, ist vermutlich selbst den wenigsten Erwachsenen bekannt. Die Gründe dafür und wie man diese Erkenntnis im Unterricht nutzt, lernten und diskutierten am vergangenen Wochenende über 300 Lehrkräfte auf den Fachtagen für Schulsport und Bewegte Schule. Erstmals vereinten sich die „Hamburger Schulsporttage“ mit dem Fachtag „Beweg dich, Schule!“ zu dieser Veranstaltung.

34 Workshops, zahlreiche Informationsstände und bewegte Pausenangebote gaben den Teilnehmenden hilfreiche Impulse für mehr Bewegung in ihren Fächern, dazu gab es einen Vortrag über den Einfluss des Körpers auf kognitive Leistungen und Emotionen. Auf der anschließenden Podiumsdiskussion debattierten Experten aus verschiedenen Bundesländern über die praktische Umsetzung im Unterricht. „Die Veranstaltung ist hoffentlich Auftakt zu einem bewegteren Bildungsplan“, so Regina Haß, Leiterin des Referats Bewegung & Sport im Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung. Sie wünsche sich, dass die Bewegung mit ihrem Potenzial über den Sportunterricht hinaus in allen Fächern genutzt werde, um das Lernen der Schüler nachhaltiger zu gestalten.

Klare Botschaft der Fachtagung: Bewegung muss eine Querschnittsaufgabe in der Schule und im Unterricht werden. Heute mehr denn je. Denn nicht wenige Kinder und Jugendliche verbringen die meiste Zeit des Tages sitzend, tummeln sich nach Schulschluss vor dem Fernseher, Computer oder Smartphone. Von einem bewegten Stundenplan würden vor allem Kinder aus bildungsfernen Schichten, die nicht wie andere Kinder durch sportliche Hobbys am Nachmittag sowieso in Bewegung seien, enorm profitieren, betont Haß.

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Foto: © www.colourbox.de

Hamburgs neue Schulleitungen und deren Stellvertreter

Monat für Monat treten an Hamburgs insgesamt 374 staatlichen Schulen neue Schulleitungen und stellvertretende Schulleitungen ihren Dienst an. In ihrer letzten Sitzung hat die Deputation folgenden Personalien zugestimmt: Im Grundschulbereich wurde Patricia Renz als Leiterin der Louise Schroeder Schule bestellt, Yasmin Christine Kahl (Grundschule Mümmelmannsberg) und Katharina Kirchner (Grundschule Marienthal) wurden als stellvertretende Schulleiterinnen bestellt. Vorläufig als Schulleitung eingesetzt wurden Kristina Eisele an der Schule auf der Uhlenhorst und Angela Rehaag an der Grundschule Eckerkoppel. Als neue Leiterin der Schule Vizelinstraße wurde Yvonne Dannenberg eingesetzt. Im Bereich Sonderschulen gibt es an der Schule Hirtenweg eine neue stellvertretende Leitung namens Verena Müller. Bei den Stadtteilschulen wurden zwei neue Leitungen vorläufig eingesetzt: Philipp Scholz an der Max-Schmeling-Stadtteilschule und Maike Schubert an der Stadtteilschule Winterhude. Als neue Schulleitung an Gymnasien wurden Birgit Schaaff (Hansa-Gymnasium Bergedorf) und Christian Matthias Albert Sprang (Abendschule St. Georg) bestellt, Stefanie Krüger wird neue stellvertretende Leitung am Heilwig-Gymnasium, Beate Exner wird vorläufig als Stellvertretung an der Abendschule St. Georg eingesetzt. Herzlich willkommen!

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