Foto: © Claudia Pittelkow
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„Calliope mini“: Hamburger Schulen testen den Mikro-Computer

Die älteste und weiseste der neun klassischen Musen Καλλιόπη (oder Kalliope für diejenigen, deren Griechisch ein wenig eingerostet ist) wird meistens mit einer Schreibtafel dargestellt. In der modernen Welt der Einsen und Nullen hätte diese Muse wahrscheinlich eher ein Tablet in der Hand - oder gleich den nach ihr benannten Mikro-Computer. Der Unterricht mit dem „Calliope mini“ wird jetzt an 20 Hamburger Schulen getestet. Wenn sich „Calliope mini“ im Unterricht bewährt, wird eine Ausweitung des Projekts erwogen.

Das Handteller große Teil, das ein bisschen aussieht wie ein Ninja-Stern, hat es in sich: Neben einem Bluetooth-fähigen Prozessor, diversen Anschlüssen wie USB, Mikrofon und Lautsprecher hat es verschiedene Sensoren an Bord, um Temperatur, Feuchtigkeit oder sogar Lage und Beschleunigung zu messen. 25 rote LEDs in fünf Reihen zu je fünf Dioden bilden das Herzstück des sechseckigen Mini-Computers. Auf diesem quasi 5x5 Pixel großen Bildschirm können mittels zwei programmierbarer Tasten Buchstaben, Zahlen, einfache Symbole und sogar kleine, selbst programmierte Spiele dargestellt werden. Ziel des von einem Team um die Internetbotschafterin der Bundesregierung, Prof. Gesche Joost, entwickelten „Calliope mini“ ist es, jedem Kind in Deutschland ab der dritten Klasse den spielerischen Zugang zur komplexen digitalen Welt zu ermöglichen.

In Hamburg wird das Projekt von der Schulbehörde, der Körber-Stiftung und der Initiative AppCamps getragen. Zunächst sollen die Potenziale von „Calliope mini“ getestet, gleichzeitig aber auch andere Mikrocontroller auf ihre Tauglichkeit hin angesehen werden. Bereits im Februar sind deswegen rund 50 Hamburger Schulen dem Aufruf von Körber-Stiftung und AppCamps gefolgt, an der Erprobung von „Calliope mini“ teilzunehmen. Zehn Grundschulen und jeweils fünf Gymnasien und Stadtteilschulen wurden schließlich ausgewählt. Deren 3. bis 6. Klassen dürfen das kleine Ding jetzt auf Herz und Nieren prüfen. Die Ergebnisse dieses Testlaufs werden im Herbst erwartet.

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Foto: © www.colourbox.de
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Hamburg erfüllt fast alle Schulwünsche –
Widerspruchsquote dennoch weiter angestiegen

Erstklässler kommen in Hamburg in der Regel auf ihre Wunschschule. Für das kommende Schuljahr 2017/18 Jahr ist es Schulleitungen und Behörde gelungen, rund 96 Prozent aller Erstwünsche zu erfüllen – und das trotz freier Schulwahl und gestiegener Schülerzahlen. Mit aktuell 14.253 ABC-Schützen hat Hamburg sogar einen neuen Schülerrekord erreicht. Trotz der gleichbleibend geringen Zahl von Familien, deren Kinder nicht ihre Wunschschule besuchen können, registriert die Behörde seit einigen Jahren eine wachsende Anzahl von Widersprüchen - Eltern, deren Erstwunsch abgelehnt wurde, haben das Recht, Widerspruch einzulegen. Von diesem Recht machen immer mehr Eltern Gebrauch, wenn auch mit in der Regel geringem Erfolg. In diesem Jahr ist die Widerspruchsquote bei den Erstklässlern weiter angestiegen – trotz hoher Quote bei der Erstwunscherfüllung.

Für das Schuljahr 2017/18 haben die Eltern von 288 der insgesamt 14.253 Erstklässler Widerspruch gegen die zugewiesene Schule eingelegt, das sind zwei Prozent. Im Vorjahr waren es 221 von 14.064, also knapp 1,6 Prozent. Zurzeit arbeiten die Juristen der Schulbehörde mit Hochdruck daran, alle Fälle rechtlich zu prüfen. 76 Akten konnten bereits geschlossen werden. In 57 Fällen ist es gelungen, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Das Verfahren konnte eingestellt werden, weil beispielsweise ein alternativer Schulplatz zugewiesen werden konnte, der bisher von der Familie nicht als Wunschschule angegeben war. Vor Gericht wurden bislang 14 Fälle zugunsten der Behörde entschieden, fünf Fälle zugunsten der Eltern. Aktuell sind noch 212 Fälle offen (Stand: 15. Juni 2017), deren Zahl reduziert sich täglich. Doch auch das muss gesagt werden: Den 288 Fällen, bei denen Eltern mit der Zuweisung einer Grundschule nicht einverstanden sind, stehen aktuell 13.967 Fälle gegenüber, in denen Eltern zufrieden mit der Schulzuweisung sind.

Gute Stimmung beim Jahresempfang der Schulmentoren. Foto: © Jörg Müller
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Pilotphase „Schulmentoren“ erfolgreich beendet –
Projekt wird um drei Jahre verlängert

Im Frühjahr 2014 startete das Projekt „Schulmentoren – Hand in Hand für starke Schulen“, das Schulen in sozial benachteiligten Stadtteilen dabei unterstützt, ehrenamtliche Unterstützer unter Schülern, Eltern und weiteren Schulinteressierten zu gewinnen. Das Projektteam, bestehend aus Mitarbeitern der Schulbehörde und des Vereins Koordinierungsstelle Weiterbildung und Beschäftigung (KWB), qualifiziert Schülerinnen und Schüler, Eltern und externe Ehrenamtliche an 27 ausgewählten Schulen zu Mentoren. Ziel ist es, den Lernerfolg von Schülern zu verbessern und ihnen eine umfassende Hilfestellung während der gesamten Schullaufbahn zu geben. Die Bilanz nach drei Jahren kann sich sehen lassen: Mehr als 600 Eltern, Schüler und Ehrenamtliche engagieren sich aktuell als Mentoren, insgesamt wurden rund 1.600 geschult.

Die Aufgaben der Mentoren sind dabei so unterschiedlich wie die beteiligten Schulen selbst: Elternmentoren wirken quasi als „Bindeglied“, nehmen beispielsweise als Dolmetscher an Elterngesprächen teil und sind Ansprechpartner vor allem für jene Eltern, die such bisher mit dem System Schule wenig auskennen. Schülermentoren helfen jüngeren Mitschülern bei ganz alltäglichen Dingen wie den Schulranzen richtig zu packen oder Unterrichtsstoff noch einmal nachzuarbeiten, und ehrenamtliche Mentoren unterstützen jüngere Schüler bei der Lese- und Lernförderung, ältere bei der Berufsorientierung und im Bewerbungsverfahren. An jeder teilnehmenden Schule stehen zudem Koordinatoren als Ansprechpartner zur Verfügung.    

Bildungssenator Ties Rabe sieht die Entwicklung der ersten Projektphase positiv. „Als das Projekt vor drei Jahren an den Start ging, haben wir uns damit große Ziele gesetzt“, sagte Rabe am vergangenen Dienstag auf dem Jahresempfang im Wilhelmsburger Bürgerhaus. „Heute können wir sagen, dass unser Engagement sehr erfolgreich gewesen ist.“ In den beteiligten Projektschulen sind jedes Schuljahr bis zu 150 Elternmentoren, fast 300 Schülermentoren und über 150 ehrenamtliche Mentoren im Einsatz. Diese Erfolgsgeschichte wird jetzt um weitere drei Jahre verlängert. Rabe: „Wir wollen diese Zeit nutzen, um die geschaffenen Mentoringstrukturen und -konzepte weiter auszubauen und zu stabilisieren.“ 

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Bergfest an der Beruflichen Schule Wirtschaft, Verkehrstechnik und Berufsvorbereitung

Sinnvoll bündeln ist die Devise: Um verwandte Berufsausbildungen künftig unter einem Dach anbieten zu können und zugleich die Raumsituation der Schulen deutlich zu verbessern, werden zurzeit berufsbildende Schulen fachlich sinnvoll zusammengeführt. Hierzu zählen auch die Staatliche Gewerbeschule Verkehrstechnik, Arbeitstechnik, Ernährung (G20) und die Berufliche Schule für Büro- und Personalmanagement Bergedorf (H17), die im letzten Jahr am Standort der ehemaligen G20 in Bergedorf-West zur Beruflichen Schule Wirtschaft, Verkehrstechnik und Berufsvorbereitung – kurz: BS07 – zusammengelegt wurden. Um ausreichend Platz und hervorragende Unterrichtsräume für die rund 1.750 Schülerinnen und Schüler der neuen Berufsschule zu schaffen, wird das Gebäude zurzeit umgebaut und saniert. Rund 33,9 Millionen Euro investiert die Stadt in das Gebäude.

Bis Sommer 2018 entstehen in dem dreigeschossigen Gebäude bei laufendem Schulbetrieb insgesamt 19 klassenübergreifende „Lernwelten“. Lernwelten beinhalten auf jeweils bis zu 500 Quadratmetern zwei bis vier Unterrichtsräume, Lehrerarbeitsplätze sowie multifunktionale Kombizonen, die als Treffpunkt und Raum für individuelles und gemeinschaftliches Lernen dienen. Im Erdgeschoss befinden sich neben den Lernwelten und Fachräumen der Verwaltungsbereich sowie eine Mensa mit Küchenbereich, die nach Fertigstellung von allen Schulen am Campus genutzt werden soll. Das neue zweigeschossige Foyer bildet den neuen Haupteingang der Schule zum Ladenbeker Furtweg. Bis Oktober 2018 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Schulleiter Dirk Vogt-Lahr mit Schülerinnen und Schülern. Foto: © H. Ressel
Schulleiter Dirk Vogt-Lahr mit Schülerinnen und Schülern. Foto: © H. Ressel

Schule Marmstorf feierte 350. Geburtstag:
Hier wurden schon die Großeltern unterrichtet

Sie ist zwar nicht die älteste Schule Hamburgs, aber mit Sicherheit eine der ältesten: Die Schule Marmstorf feierte am vergangenen Wochenende bei strahlendem Sonnenschein ihr 350-jähriges Bestehen. Auf dem mit bunten Wimpeln liebevoll geschmückten Schulhof versammelten sich rund 1.000 Gäste, für die Kinder stand ein Eiswagen bereit, die Erwachsenen freuten sich über selbst gebackenen Kuchen und kühle Getränke. „Ich freue mich, dass wir heute hier alle gemeinsam feiern“, begrüßte Schulleiter Dirk Vogt-Lahr seine Gäste, von denen nicht wenige in zweiter oder dritter Generation die Schule besuchen. Auch Bildungssenator Ties Rabe war zum Gratulieren gekommen und bescheinigte der Schule, dass sie trotz ihres hohen Alters „weder verkalkt noch eingerostet“ sei. Rabe: „Im Gegenteil: Sie ist mit ihren Schülerinnen und Schülern jung geblieben.“

Im Jahr 1667 wurde die heutige Grundschule mit ganztägiger Betreuung zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Damals hießen die Lehrer noch „Schulmeister“, und die Kinder gingen häufig eher arbeiten als Lesen und Schreiben zu lernen, denn eine allgemeine Schulpflicht gab es noch nicht. Mehr als 200 Jahre lang hatte die Schule am südlichen Stadtrand Hamburgs eine Klasse pro Jahrgang. Das ist heute anders: Mit dem kommenden Schuljahr wird die Grundschule erstmals fünfzügig, rund 430 Kinder werden künftig am Ernst-Bergeest-Weg unterrichtet. Für den runden Geburtstag haben sich die Grundschüler etwas ganz Besonderes ausgedacht: ein eigens für den feierlichen Anlass gedichtetes „Marmstorfer Schullied“, vorgetragen mit viel Enthusiasmus: „Unsere Schule hat längst Tradition, auch Eltern war’n selbst als Schüler hier schon. Kinder, die kommen, Viertklässler, die geh’n, doch die Schule Marmstorf bleibt immer besteh’n.“

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Sechstklässler der Stadtteilschule Meiendorf bei einer Aufführung im Schuljahr 2014/15. Foto: © Anja Beutler
Foto: © Anja Beutler

Kurzmeldungen: „Step by Step“-Aufführungen – neues Projekt für zugewanderte Akademiker – Kunstpioniere in den Deichtorhallen

• „Step by Step“, das Tanzprojekt mit Hamburger Schulen, feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen. Bei den Abschlussaufführungen am 5. und 6. Juli im Ernst Deutsch Theater werden fünf Kooperationsschulen mit elf Klassen der Jahrgänge 4 bis 7 ihre Choreografien aus dem aktuellen Schuljahr präsentieren. Zu sehen sind Stücke der Gretel Bergmann Schule in Allermöhe, der Grund- und Stadtteilschule Maretstraße in Harburg, des Gymnasium Dörpsweg aus Eidelstedt, der Max Schmeling Stadtteilschule in Jenfeld  und der Stadtteilschule Altrahlstedt. Der Eintritt ist frei, Karten können per E-Mail an bollmann@stepbystep-hh.de reserviert werden. Beginn ist jeweils um 14 Uhr.

• Wer einen ausländischen Studienabschluss im Bereich Wirtschaftswissenschaften vorzuweisen hat und in Deutschland wieder in seinem Beruf arbeiten möchte, bekommt jetzt Unterstützung: Be.Economist! ist ein neues Projekt der Hamburger Volkshochschule (VHS) im IQ Netzwerk Hamburg – NOBI. Interessierte Fachkräfte können sich ab sofort für die 20 Plätze der ersten sechsmonatigen Brückenmaßnahme bei „Mission Zukunft“ bewerben. Start ist am 16. Oktober. Zielgruppe sind erwachsene Zugewanderte mit akademischem Abschluss wie beispielsweise in Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre oder auch Buchhaltung. Die Kosten trägt das Förderprogramm IQ. Weitere Infos gibt es bei Maylin Kesper, maylin.kesper@elbcampus.de, 040/35 905 457.  

• Die Kunstpioniere der Stadtteilschule Eidelstedt laden für Freitag, 23. Juli, von 14.30 bis 16.30 Uhr zu einer Blitzausstellung ins Haus der Photographie in den Hamburger Deichtorhallen, Deichtorstraße 1-2. Zu sehen gibt es Performances und Fotografien, die unter Begleitung des Fotografen André Lützen zur Ausstellung von Viviane Sassen entstanden sind. Innerhalb des Kunstprogramms der Schulbehörde entwickeln Schülerinnen und Schüler eigene künstlerische Positionen, inspiriert durch die jeweiligen Künstler in den Ausstellungsorten. Ähnliche Ausstellungen haben bereits die Kunstpioniere des Luisen-Gymnasiums und des Johannes-Brahms-Gymnasiums in der Kunsthalle und des Gymnasiums Bondenwald im Kunstverein veranstaltet. Mehr Information»