Foto: © www.colourbox.de
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Studie zur Bildungsgerechtigkeit:
Es geht bundesweit aufwärts – gute Noten für Hamburg

Gute Noten in Deutsch trotz Migrationshintergrund? Mit Behinderung auf eine Regelschule? Der am Mittwoch veröffentlichte Ländervergleich „Chancenspiegel 2017“ zeigt auf, wie gerecht das deutsche Bildungssystem ist. Insgesamt geht es aufwärts, so die Bilanz der neuen Studie von Bertelsmann-Stiftung und TU Dortmund/Uni Jena. Deutschlands Schulsysteme sind heute leistungsstärker und chancengerechter als noch vor 15 Jahren, doch nach wie vor beeinflusst die soziale Herkunft die Chancen der Schülerinnen und Schüler erheblich. Auch sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern seit 2002 größer geworden. Dem Hamburger Schulsystem attestiert die Studie deutliche Fortschritte: Sowohl bei der Inklusion, beim Ganztagsausbau, bei Abitur- oder Schulabbrecherquoten hat sich die Hansestadt im Vergleich zu 2002 sehr positiv entwickelt. 

Für den „Chancenspiegel 2017“ wurden die Schulsysteme der Bundesländer im Hinblick auf Integrationskraft, Durchlässigkeit, Kompetenzförderung und Schulabschlüsse verglichen. Beim Thema Integration hat sich die Hansestadt in fast allen Bereichen verbessert und gehört im Ländervergleich der oberen Gruppe an. So liegt der Inklusionsanteil, also die Anzahl der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die eine allgemeine Schule besuchen, in Hamburg bei 59,6 Prozent – bundesweit bei 34,1 Prozent (2014/15). Noch deutlicher ist das Ergebnis im Bereich Ganztagsschulen: 93,5 Prozent aller Hamburger Schulen sind 2014/15 Ganztagsschulen, der Bundeswert liegt bei gerade mal 59,4 Prozent. Auch in Bezug auf die Durchlässigkeit gehört Hamburg mit durchweg hohen Übergangsquoten ans Gymnasium und in der Regel sinkenden Wiederholerquoten häufig zur oberen Ländergruppe.   

Bei der Kompetenzförderung in den Bereichen Lesen und Mathematik gibt es dagegen noch Nachholbedarf. Der Blick auf die Leistungsvergleichsstudien der vergangenen Jahre zeigt, dass Hamburg häufig zu den Ländern mit niedrigeren mittleren Testleistungen beziehungsweise großen Kompetenzunterschieden von Schülern nach deren sozialer Herkunft zählt. Die Herausforderungen, die mit diesem Befund einhergehen, teilt Hamburg mit den anderen Stadtstaaten Berlin und Bremen. Bei den Schulabschlüssen zählt die Hansestadt überwiegend zur oberen Ländergruppe: 52,6 Prozent der Absolventen an allgemeinen Schulen haben 2014 das Abitur bestanden (Bundeswert 34,1 Prozent), aber nur 4,9 Prozent aller Schulabgänger haben die Schule ohne Abschluss verlassen (Bundeswert 5,8 Prozent).

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Anzahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf erstmals gesunken

Seit Einführung der Inklusion im Jahr 2010 darf kein Kind mehr gegen den Willen der Eltern auf eine Sonderschule geschickt werden. Im Schuljahr 2010/11 besuchten damit die ersten Sonderschüler die Klassen 1 und 5 der Regelschulen. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf in den Bereichen Lernen, Sprache sowie emotionale Entwicklung (LSE) stetig angestiegen, von 686 Kindern im Schuljahr 2012/13 auf 938 Kinder im letzten Schuljahr. Im aktuellen Schuljahr 2016/17 wurde erstmalig ein Rückgang verzeichnet: In der Jahrgangsstufe 4 gibt es zurzeit 757 Kinder mit LSE-Förderbedarf - das sind 181 Kinder (rund 20 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Der Rückgang an Schülern mit LSE-Förderbedarf hat zur Folge, dass die alljährlich zugewiesenen 85 Lehrerstellen für die 5. Klassen im kommenden Schuljahr auf weniger Köpfe verteilt werden, die zusätzlichen Lehrerstunden für das einzelne Kind also höher sind als in den Vorjahren. Entsprechend der schuleigenen Förderkonzepte entscheidet die Schule, wie die zusätzlichen Personalstellen zusammen mit weiteren Förderlehrkräften, beispielsweise für Sprachförderung oder Lernförderung, gezielt zur Weiterentwicklung der inklusiven Schule eingesetzt werden.

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Aufregung um die Anmeldezahlen an Stadtteilschulen

Jedes Jahr nach Ende der Anmeldewoche für Hamburgs Stadtteilschulen und Gymnasien ist die Spannung der Hamburger Medien groß: Wie hat welche Schule abgeschnitten, welche Schulen sind überangewählt? Und: Gibt es wieder mehr Anmeldungen für Gymnasien als im Vorjahr? In früheren Jahren telefonierte manche Redaktion gar die Schulen ab, um als erste die Ergebnisse zu haben. Die Schulbehörde veröffentlicht daher kurz nach "Anmeldeschluss" die aktuellen Anmeldezahlen, in diesem Jahr mit der Botschaft: Stadtteilschulen mit 6.290 und Gymnasien mit 7.441 Anmeldungen auf stabilem Niveau.

Danach passierte Erstaunliches: Erst kam von der Opposition der Vorwurf, die Schulbehörde würde die Anmeldezahlen der Stadtteilschulen künstlich heraufrechnen, indem die vier sechsjährigen Grundschulen mit 169 Anmeldungen den Stadtteilschulen zugeordnet wurden. Wenige Tage später kam dann Kritik von der anderen Seite: Die Behörde habe den Erfolg der Stadtteilschulen künstlich heruntergerechnet, weil man den Stadtteilschulen keinen Erfolg gönnen würde. Ja, wie denn nun?

Richtig ist: Da auch nach Ende der Anmelderunde jeden Tag noch Nachmeldungen eingehen, verändern sich die Zahlen quasi täglich. Wer den richtigen Moment in der Anmeldezeit abwartet, kann ständig neue Botschaften "errechnen". Seriös ist das alles nicht. Besser ist es, an klaren Stichtagen Zahlen zu vergleichen. Das nächste Mal im April, wenn die endgültige Schülerverteilung und Klassenzahl festgesetzt wird. Kurz danach gehen dann alle Briefe an die Eltern raus. Bis dahin ist alle Aufregung - umsonst!

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Digitale Medien: Hamburgs Schulen mit am besten ausgestattet – WLAN für alle Schulen geplant

Hamburgs Schulen sind in puncto digitale Medien gut aufgestellt. Das Bildungssystem der Hansestadt sorgt dafür, dass Schülerinnen und Schüler mit digitalen Medien arbeiten und lernen können. Eine Studie hat vor kurzem erneut bestätigt, dass Hamburgs allgemeinbildende Schulen bundesweit zu den am besten ausgestatteten Schulen gehören. Rund 30.000 PCs und über 4.000 computergestützte interaktive Tafeln, sogenannte White Boards, kommen im Unterricht zum Einsatz. Außerdem wurde die Netzwerk-Infrastruktur ausgebaut, sodass alle staatlichen Hamburger Schulen breitbandig an das schnelle städtische Glasfasernetz angebunden sind. Jetzt geht es darum, alle Schulen schrittweise mit WLAN auszustatten. Dafür hat die Schulbehörde ein mehrstufiges Programm gestartet.

Zurzeit wird in den Lehrerzimmern der rund 340 allgemeinbildenden Schulen WLAN eingerichtet. Bei 172 Schulen ist dies bereits geschehen, bis Ende des Jahres soll dann in allen Lehrerzimmern kabelloses Surfen möglich sein. Ebenfalls bis Ende 2017 sollen sämtliche rund 20.000 Lehrkräfte der allgemeinbildenden Schulen Zugang zur neuen Kommunikationsplattform "eduPort" bekommen. Über diese Plattform können sich Lehrkräfte von überall her mit ihren eigenen Computern oder Smartphones in das schulische Datennetzwerk einloggen, um beispielsweise Unterrichtsmaterial auszutauschen oder schulorganisatorische Fragen zu klären. In das Projekt "eduPort" wurden 3,5 Millionen Euro investiert, für die laufenden Kosten sind rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr eingeplant.

Von 2018 bis 2019 bekommen alle rund 120 weiterführenden Schulen eine WLAN-Grundausstattung, danach sind Hamburgs Grundschulen an der Reihe. Die Investitionskosten belaufen sich bei den weiterführenden Schulen auf knapp vier Millionen Euro, für die Grundschulen sind rund 2,5 Millionen Euro veranschlagt. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von knapp einer halben Millionen Euro für die weiterführenden Schulen beziehungsweise 300.000 Euro bei den Grundschulen.

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Die Außenfassade des Bürogebäudes in der Hamburger Straße wird saniert. Foto: © Peter Albrecht
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Wir sind dann mal weg… - Schulbehörde zieht in die City Süd

Wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten an der Außenfassade des Bürogebäudes muss die Schulbehörde für ein halbes Jahr ihren Hauptsitz in der Hamburger Straße 31 verlassen. Vom 10. März bis voraussichtlich 30. September ziehen die betroffenen rund 425 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) in ein Übergangsquartier, das ehemalige Einwohnerzentralamt in der City Süd, direkt gegenüber dem ADAC-Gebäude. Postadresse (Hamburger Straße 31, 22083 Hamburg) und Telefonnummern bleiben gleich, die Besucheranschrift ändert sich jedoch in Amsinckstraße 28/34. Vom Umzug nicht betroffen sind die Außenstellen der Behörde in der Hamburger Straße 37 und 41, das Schulinformationszentrum (SIZ), die Beratungsstelle Gewaltprävention und das Institut für berufliche Bildung (HIBB) in der Hamburger Straße 125a bis 131 und die Jugendberufsagentur in der Hamburger Straße 205.

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Einer der drei Integrationspreise ging an Mahmout Amer Mohammed Mohammed (19) aus Ägypten. Foto: © Svenja Brandt
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Azubi des Jahres 2016: Sonderpreis „Integration“ ging diesmal gleich an drei Auszubildende

Jedes Jahr wird in Hamburg der "Azubi des Jahres" gekürt, und jedes Jahr ist bei der Preisgala die Verleihung des Sonderpreises "Integration" ein besonderer Höhepunkt. Ganz einfach, weil damit junge Menschen mit Migrationshintergrund gewürdigt werden, die trotz widrigster Umstände wie Fluchterfahrungen oder Sprachbarrieren die sich in unserer Stadt bietenden vielfältigen Möglichkeiten genutzt haben, um ihrer Zukunft eine Perspektive zu bieten. In diesem Jahr ging der mit 250 Euro dotiere Integrationspreis gleich an drei Auszubildende: an Mahmoud Alnajjar (24) aus Syrien, angehender Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik bei der Wisag Elektrotechnik Nord GmbH & Co. KG, an Muqadassa Amiri (20) aus Afghanistan, Friseur-Auszubildende bei Martin Max Friseur, und an Mahmout Amer Mohammed Mohammed (19) Ägypten, Verkäufer-Lehrling bei Edeka Struve.

Der "Azubi des Jahres 2016" heißt Maximilan Gallasch. Der 23-jährige Hotelfachmann in spe nahm am Dienstag den mit 1.000 Euro dotierten Preis im Börsensaal der Handelskammer entgegen. Der Schüler der Staatlichen Gewerbeschule Gastronomie und Ernährung hatte sich in einem mehrstufigen Auswahlverfahren gegen 70 Mitbewerber durchgesetzt. Den zweiten Preis im Wettbewerb, der von Handelskammer, Handwerkskammer, Bild Hamburg und dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB) veranstaltet wird, gewann Frederike Köpcke. Die 20-jährige Wilhelmsburgerin erlernt bei der Hapag-Lloyd Kreuzfahrten GmbH den Beruf der Tourismuskauffrau und geht auf die Staatliche Handelsschule Berliner Tor. Auf den dritten Platz kam Hans Jörn Rüpcke (22), ein angehender Land- und Baumaschinenmechatroniker bei der Swecon Baumaschinen GmbH. Der Schüler der Staatlichen Gewerbeschule Kraftfahrzeugtechnik erhielt 250 Euro. Herzlichen Glückwunsch!

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Diktat schreiben kann auch Spaß machen! Foto: © www.colourbox.de
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Zweite Runde für Hamburgs größten Diktatwettbewerb
"Hamburg schreibt!“

Dank Facebook, WhatsApp und Co. wird heute von so vielen Jugendlichen so viel geschrieben wie nie zuvor. Trotzdem hapert es bei jungen Menschen nicht selten an der Rechtschreibung. Um die deutsche Sprache als Gemeinschaftserlebnis in den Vordergrund zu stellen, hat die Joachim Herz Stiftung im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Schulbehörde, der ZEIT Hamburg und dem Dudenverlag den Wettbewerb „Hamburg schreibt!“ ins Leben gerufen. Ein Diktat als gemeinsames Erlebnis, das auch noch Spaß machen soll – geht das? Es geht! Am Donnerstag letzter Woche traten rund 120 Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte von 14 Hamburger Gymnasien und Stadtteilschulen in der Wichern-Schule in Horn den Beweis an. 

Ursprünglich kommt der Rechtschreibwettbewerb aus Frankfurt am Main, wo er seit 2011 unter dem Titel „Frankfurt schreibt!“ erfolgreich läuft. In der Hansestadt wird der Wettbewerb zum zweiten Mal ausgetragen. Ziel ist es, auf humorvolle, heitere und lehrreiche Weise zu vermitteln, dass die deutsche Rechtschreibung zwar nicht gerade einfach ist, sie jedoch am Ende jeder beherrschen muss und auch kann. Das 20-minütige Diktat „Selfie mit der Elphi“ stellte dann jedoch auch Kenner der deutschen Rechtschreibung vor Herausforderungen wie diese: Wird „Standing Ovations“ groß, klein, zusammen oder getrennt geschrieben? Wie lautet die korrekte Schreibweise von „hineingeheimnissen“ oder von „in null Komma nichts“? Und wie sieht das bei Ausdrücken wie „beileibe“ oder „breitzutreten“ aus?

Beim Diktat ohne Fehler zu bleiben, war angesichts des schwierigen Textes über die Elbphilharmonie so gut wie ausgeschlossen. Umso beeindruckender waren die Ergebnisse der Sieger. Bei den Schülern gewann Paul Rohwedder von der Wichern-Schule mit 13 Fehlern, bei den Eltern kam Martina Zietz mit zehn Fehlern auf den ersten Platz, und bei den Lehrern hatte Antje Kirchbauer vom Gymnasium Rahlstedt mit sechs Fehlern das beste Ergebnis. Die Pädagogin machte damit auch die wenigsten Fehler aller Teilnehmer. Die Rechtschreib-Champions aus den Kategorien „Schüler“, „Lehrer“ und „Eltern“ reisen am 11. Mai zum überregionalen Finale des Diktatwettbewerbs in Frankfurt. Wer selbst einmal testen möchte, wie fit er in Rechtschreibung ist, kann das Original-Diktat hier» anhören und nachlesen.  

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Ganztagsreferent Adrian Krawczyk im Beratungsgespräch. Foto: © Claudia Pittelkow
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Besucherrekord bei SCHULBAU Messe –
erstmals waren auch Lehrkräfte eingeladen

Seit 2011 hat Hamburg rund 1,3 Milliarden Euro in den Neubau und die Sanierung von allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen investiert – rund 40 größere ­Baumaßnahmen mit einem Volumen von jeweils über zehn Millionen Euro sind allein für 2017 geplant. Kein Wunder also, dass die SCHULBAU Messe am 22. und 23. Februar im Hamburger Kreuzfahrtterminal gut besucht war. Vom Architekten bis zum Fachplaner, von Behördenvertretern bis zu Schulleitern: Mehr als 2.600 am Schulbau Beteiligte informierten sich über neue Architektur- und Pädagogikkonzepte – laut Veranstalter ein neuer Besucherrekord. Zum ersten Mal waren in diesem Jahr auch Lehrkräfte eingeladen. „Wenn man Schulbau entwickeln möchte, kann man nicht an Lehrerinnen und Lehrern vorbeiplanen“, sagt Adrian Krawczyk, beratender Architekt im Ganztagsreferat der Hamburger Schulbehörde.

Um die neue Besuchergruppe - Lehrkräfte, Pädagogen und Erzieher - auf die Messe zu locken, hat der Veranstalter, der Hamburger Cubus Medien Verlag, ein neues Format entwickelt: Ein „Planungscafé“ für Schulleitungen, Lehrkräfte und alle, die Beratung fürs Bauen im Bestand, Umbauten oder den Neubau einer Bildungseinrichtung benötigen. An fünf Tischen standen Experten bereit, die in den Themenfeldern Raumkonzepte, Möblierung, Küchenausstattung, Akustik und Außenraumgestaltung auf gezielte Fragen individuell Auskunft gaben. Damit das Konzept auch funktionierte, mussten sich die Besucher vorab anmelden. Der Plan ging auf: Die 80 zur Verfügung stehenden Plätze waren sofort ausgebucht. Auch sonst scheint das neue Format anzukommen: Laut Veranstalter waren acht Prozent der Besucher Pädagogen.

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