Foto: © www.colourbox.de

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„Deutsch als Zweitsprache“ soll
in der Lehrerbildung verankert werden

„Deutsch als Zweitsprache“, kurz: DaZ, ist eine Zusatzqualifikation, die Lehrkräfte befähigt, Schülerinnen und Schülern mit einer anderen Herkunftssprache das Erlernen der deutschen Sprache zu ermöglichen. Diese Qualifikation hat vor dem Hintergrund der gestiegenen Flüchtlingszahlen enorm an Bedeutung gewonnen. 7.542 Kinder und Jugendliche werden aktuell in besonderen Flüchtlingsklassen in Erstaufnahmen und allgemeinen und beruflichen Schulen in Hamburg unterrichtet. Entsprechend groß ist der Bedarf an qualifizierten Lehrkräften mit DaZ-Zertifikat. Um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, soll die Zusatzqualifikation „Deutsch als Zweitsprache“ während des Referendariats künftig leichter erworben werden können. 

Bislang war es in Hamburg nur mit zusätzlichem Aufwand möglich, die Qualifikation „Deutsch als Zweitsprache“ während des Vorbereitungsdienstes zu erwerben. In Zukunft sollen die DaZ-Angebote dauerhaft über eine veränderte Prüfungsordnung etabliert werden. Zurzeit wird geprüft, ob dafür einzelne Prüfungsleistungen ganz oder teilweise ersetzt werden können. Die angehenden Lehrkräfte hätten dann die Wahl: Statt eine thematisch ungebundene schriftliche Examensarbeit anzufertigen, könnten sie eine DaZ-Qualifizierung durchlaufen mit anschließender Abschlussarbeit, die zugleich als Examensleistung gewertet würde. Schleswig-Holstein hat bereits vorgemacht, wie das geht: Im Nachbarbundesland können Referendare seit dem 1. Februar 2016 auf freiwilliger Basis ein DaZ-Zertifikat erlangen, das die Hausarbeit im Rahmen der Staatsprüfung ersetzt.

Knapp 50 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die in Hamburg zur Schule gehen, haben einen Migrationshintergrund - eine große Herausforderung für Hamburgs Lehrkräfte, denn nur über das Lernen – soziales wie fachliches – kann Integration gelingen. Da Lernen aber nur mit Sprache gelingt, sind Lehrerinnen und Lehrer mit DaZ-Zertifikat zurzeit besonders gefragt. Sie verfügen neben ihrer Fachlichkeit über hohe pädagogische und interkulturelle Kompetenz und sind ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Integration.

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Mehr Schüler, mehr Lehrkräfte – und auch mehr Schulsekretärinnen

In der letzten Woche haben wir über die gestiegene Zahl von Schülern, Lehrkräften und Pädagogen an Hamburgs staatlichen Schulen berichtet. Zum Stichtag der Schuljahresstatistik im September 2016 erreichte die Schülerzahl einen Rekordwert von 191.148, und die Zahl der Pädagogen stieg auf einen neuen Höchststand von 15.260. Eine ähnliche Entwicklung zeichnet sich in den Schulbüros ab. Wegen zahlreicher zusätzlicher Aufgaben gibt es hier sogar deutlich mehr Personal als früher. In den letzten sieben Jahren ist die Anzahl der Stellen in den Schulbüros um rund ein Viertel gestiegen.

Waren 2010 noch 603 Stellen in den Schulbüros vorhanden, sind es aktuell 754 - das ist ein Plus von rund 25 Prozent. Damit liegt die Personalverbesserung der Schulsekretariate deutlich über dem Anstieg der Schülerzahlen (plus sieben Prozent) und der Lehrerzahlen (plus 16 Prozent). Aus gutem Grund: Mit dem Ausbau der Ganztagsschulen haben die Sekretariate neue Aufgaben bekommen - dafür wurden rund 65 zusätzliche Stellen zugewiesen. Weitere rund 46 zusätzliche Vollzeitstellen flankieren die erhöhten Anforderungen, die durch die Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaket entstanden sind. Noch einmal 20 Vollzeitstellen sind aufgrund der gestiegenen Flüchtlingszahlen hinzugekommen, und weitere 14 Stellen federn die Mehrarbeit ab, die durch gestiegene Anzahl von Schulklassen in Folge von Frequenzabsenkung entstanden ist. Die erfolgreiche Umsetzung der vielen Reformen ist jedoch nur gelungen, weil Hamburgs Schulen über gut organisierte Schulbüros verfügen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr engagiert und mit viel Herz ihre Arbeit leisten.

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Deutsch-Referentin Maike Bartl mit den Gymnasiasten Justus Goedhart und Berit Booms (v.l.). Foto: © Mike Richman
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Besondere Abiturvorbereitung: Ein Vormittag im Theater
- mit Lesung, Vortrag und Gespräch

Dieses Unterrichtsformat ist so gefragt, dass sich Hamburgs Oberstufenschüler darum reißen, einen der limitierten Plätze zu ergattern: Zur vertiefenden Vorbereitung auf die Abiturprüfung im Fach Deutsch hat die Schulbehörde gemeinsam mit dem Literaturhaus Hamburg im letzten Jahr eine Veranstaltungsreihe der besonderen Art ins Leben gerufen, die erneut stark nachgefragt war. An vier Vormittagen wurde den Schülern in der Laeiszhalle und im Ernst Deutsch Theater ein hochkarätiges Programm präsentiert, bestehend aus einer Lesung, einem Vortrag und anschließender Podiumsdiskussion. Die Literatur war passend zu den diesjährigen Abitur-Schwerpunktthemen gewählt: Friedrich Schillers „Verbrecher aus verlorener Ehre“ und Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“. Alle Vorstellungen waren restlos ausgebucht.   

Offenbar hatte es sich schnell herumgesprochen, dass diese Art der Abiturvorbereitung nicht nur effektiv ist, sondern auch richtig Spaß macht. Berit Booms (17) und Justus Goedhart (16), Schüler des Gymnasiums Eppendorf, beschäftigen sich seit Schuljahresbeginn mit dem Schriftsteller Heinrich Heine. Die Gymnasiasten hatten bereits im Januar an der Veranstaltungsreihe teilgenommen. „Es ist sehr hilfreich, wenn ein Uni-Professor über ein Buch spricht“, sagt Justus. Und Berit ergänzt: „Ich finde diese Art von Unterricht großartig! Außerdem ist es toll, dass die Veranstaltung am Anfang des Semesters stattfindet, denn das ist ein prima Einstieg ins Thema.“ Maike Bartl, Lehrerin und Referentin für das Fach Deutsch, betont: „Diese Reihe ist eine sehr gute Vorbereitung auf das Abitur.“ Die Lesung übernimmt stets ein professioneller Schauspieler, Vortrag und Gespräch bestreiten ein Fachwissenschaftler sowie Dr. Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses. Diese Dreiteilung sorgt für kurzweilige anderthalb Stunden.

Insgesamt haben im Januar und Februar rund 2.600 Stadtteilschüler und Gymnasiasten an den vier Veranstaltungen teilgenommen. Fachreferentin Maike Bartl setzt sich für eine Fortführung des erfolgreichen Formats im nächsten Jahr ein. Über mangelndes Interesse braucht sie sich keine Sorgen zu machen. Alle Plätze waren bereits kurz, nachdem die Einladungen an die Schulen verschickt waren, ausgebucht. „Noch nicht mal meine eigene Schule, das Gymnasium Finkenwerder, hat diesmal Karten bekommen“, so Bartl.  

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Bildungssenator Ties Rabe (l.) und HSV-Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Foto: © Claudia Pittelkow
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HSV-Stiftung initiiert G20-Projekt
für Hamburgs Schülerinnen und Schüler

Eine Woche bevor die „echten“ Staats- und Regierungschefs der 20 bedeutendsten Wirtschaftsnationen am 7. und 8. Juli in Hamburg zusammentreffen, schlüpfen rund 450 Hamburger Schülerinnen und Schüler in die Rolle der Verhandlungsführer dieser Nationen. Dahinter steckt das Schulprojekt „Schools4Tomorrow“, das anlässlich des G20-Gipfels von der HSV-Stiftung „Der Hamburger Weg“ initiiert wurde. Ziel ist, dass die Schüler ein eigenes Positionspapier zu den drei Kernthemen des Gipfels erarbeiten: Stabilität sichern, Zukunftsfähigkeit verbessern und Verantwortung übernehmen. Bildungssenator Ties Rabe ist Schirmherr des Projekts.

„Das Projekt bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit einem der G20-Staaten zu befassen, über aktuelle politische Fragen zu diskutieren und eine Vision für die Welt im Jahr 2030 zu entwerfen“, so Senator Rabe. Damit die Schüler sich als „Anwalt“ des jeweiligen Partnerlandes verstehen können, werden sie gut vorbereitet: Jeder Klasse der über 20 teilnehmenden weiterführenden Schulen aus Hamburg wird eine Partnerklasse eines zuvor festgelegten „G20“-Landes zugeteilt. In den nächsten Wochen und Monaten sollen diese Klassen in einen Austausch treten, Verständnis für die gegenseitigen Blickwinkel bekommen, die Positionen des Landes gemeinsam entwickeln und schließlich auch vertreten.      

Unterstützt wird der Austausch durch eine digitale Plattform, auf der Dokumente hochgeladen und Mails gesendet werden können und über die sich die Schüler über Skype auch direkt miteinander verbinden können. An den beiden Projekttagen am 29. und 30. Juni nehmen je zwei Schüler für jedes der drei Themen die Rolle des Verhandlungsführers ein und diskutieren mit den anderen Schülern. Unterfüttert wird die Veranstaltung von Vorträgen mit Referenten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Nicht-Regierungsorganisationen.

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Unterricht im Luisen-Gymnasium: Vier Lehrkräfte wurden im Vorjahr ausgezeichnet. Foto: © Deutscher Lehrerpreis
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Deutscher Lehrerpreis: Wettbewerb startet in die nächste Runde

Der bundesweite Wettbewerb „Deutscher Lehrerpreis“ würdigt jedes Jahr Lehrerinnen und Lehrer in ganz Deutschland, die mit innovativen Ideen und großem Engagement ihren Unterricht gestalten. Von den 16 Lehrkräften und sechs Pädagogen-Teams, die im vergangenen Jahres prämiert wurden, kam eine Mannschaft aus Hamburg: Drei Lehrer und eine Lehrerin des Luisen-Gymnasiums in Bergedorf wurden in der Kategorie „Unterricht innovativ“ als beste Lehrkräfte Deutschlands ausgezeichnet. Jetzt geht der Wettbewerb in zwei Kategorien in eine neue Runde. Für die erste Kategorie können Lehrkräfte aus dem Sekundarbereich innovative Unterrichtskonzepte einreichen, in einer zweiten Kategorie nominieren Schüler des Abschlussjahrgangs besonders engagierte Lehrer.  Anmeldungen und Einreichung der Bewerbungsunterlagen sind bis zum 19. Juni möglich.

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Aktuelles: Neue HIBB-Broschüre – Lesung für Schulklassen – neue Ausbildung Heilerziehungspflege

• Hamburgs Schülerinnen und Schüler brauchen gute Schulen. Doch was ist eine "gute" Schule und wie kann diese entwickelt werden? "Gute Schule entwickeln" ist das Schwerpunktthema der aktuellen Broschüre "Berufliche Bildung Hamburg" des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB). Das Heft informiert zwei- bis drei Mal jährlich über die Arbeit und aktuelle Entwicklungen der Schulen, bildungspolitische Neuerungen und pädagogische Fragen. Weitere Themen in dieser Ausgabe: Zwischenbilanz für die Ausbildungsvorbereitung für Migranten (AvM Dual), neues Steuerungskonzept zur Unterstützung von Schulen und ein neuer Bildungsgang an der Fachschule für Heilerzieher. Die HIBB-Broschüre wird an die Partner der beruflichen Bildung und die Berufsschulen kostenlos versandt und ist außerdem als Download» abrufbar.

• Am 20. März wäre Ralph Giordano, Publizist und Autor des Romans "Die Bertinis", 94 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass veranstaltet das Ernst Deutsch Theater in Kooperation mit dem BERTINI-Preis e.V. am Montag, 20. März, eine Lesung aus dem Roman für Schülerinnen und Schüler. Anhand ausgewählter Szenen über die zunehmende Bedrohung während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wird das Schicksal einer Familie mit sogenannten "jüdischen Mischlingen" erzählt. Die Vorstellung läuft von 11 bis 12.30 Uhr, die Karten kosten zehn Euro, ermäßigt fünf Euro, ganze Schulklassen zahlen 2,50 Euro pro Nase inklusive Garderobe und HVV-Ticket. Anmeldung unter Telefon 22701420 oder per Mail tickets@ernst-deutsch-theater.de

• An der Staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik (FSP1) in der Wagnerstraße startet zum August 2017 ein neuer Bildungsgang im Bereich der Heilerziehungspflege. Bisher war diese Ausbildung in Hamburg an einer staatlichen Schule nicht möglich. Da die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften jedoch stark gestiegen ist, können an der FSP1 in Zukunft Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger, kurz: HEP, ausgebildet werden. HEPs assistieren Menschen mit Behinderung, helfen psychisch Erkrankten zurück ins geregelte Leben, unterstützen Erwachsene beim Essen oder bei der Körperpflege und stehen Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf in Kitas und Schulen zur Seite. Das zweijährige Bildungsangebot richtet sich vorwiegend an Sozialpädagogische Assistenten, Bewerbungen sind ab sofort möglich. Mehr Information»

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